{"id":2062,"date":"2020-06-07T11:37:09","date_gmt":"2020-06-07T09:37:09","guid":{"rendered":"https:\/\/gpflug.de\/website\/?p=2062"},"modified":"2020-06-07T11:41:24","modified_gmt":"2020-06-07T09:41:24","slug":"rassismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gpflug.de\/website\/2020\/06\/07\/rassismus\/","title":{"rendered":"Rassismus"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-2064\" src=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/IMG_20191201_153523-225x300.jpg\" alt=\"IMG_20191201_153523\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/IMG_20191201_153523-225x300.jpg 225w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/IMG_20191201_153523-768x1024.jpg 768w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/IMG_20191201_153523-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/IMG_20191201_153523-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/IMG_20191201_153523-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/>Um jemanden diskriminieren zu k\u00f6nnen, muss man seine Pers\u00f6nlichkeit herabsetzen. Das gilt f\u00fcr Menschen und f\u00fcr Tiere. Um Tiere in Massen halten und schlachten zu k\u00f6nnen, muss man sie als \u201edumme S\u00e4ue und bl\u00f6de K\u00fche\u201c bezeichnen. Man darf ihnen keine Individualit\u00e4t und vor allem keine Seele zubilligen.<\/p>\n<p>In den Zeiten, als die Europ\u00e4er die beiden Amerikas und andere Weltgegenden unterwarfen, galt es als ausgemacht, dass die Indianer, Aborigines und Andere keine Seele haben. Dies war Voraussetzung daf\u00fcr, dass man sie massenhaft versklaven, massakrieren und ihnen ihr Land wegnehmen konnte.<\/p>\n<p>Am deutlichsten zeigte sich das w\u00e4hrend der Zeit des Sklavenhandels. Das waren keine Menschen, mit denen man handelte, sondern Ware.<\/p>\n<p>Noch heute gei\u00dfeln sich die Europ\u00e4er daf\u00fcr. Am Rande sei bemerkt, dass dieser sogenannte Dreieckshandel ohne die Mithilfe der afrikanischen Despoten nicht funktioniert h\u00e4tte. In Bezug auf die Ausbeutung Afrikas hat sich da auch nichts ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Pikant ist, dass man selten den Arabern, die ja schon viel fr\u00fcher mit Sklaven aus Afrika handelten, diesen Vorwurf macht. Ich sehe das als eine Art Rassismus an, denn \u201edie\u201c und \u201ederen\u201c Kultur sind nach Meinung einiger sowieso anders.<\/p>\n<p>Durch die Tat dieses Polizisten in Minneapolis ist das Thema Rassismus wieder ins Blickfeld ger\u00fcckt. Trotz Lincoln und Martin Luther King sind die Schwarzen in den USA immer noch Menschen zweiter Klasse. Daran hat auch die Pr\u00e4sidentschaft Obamas nichts ge\u00e4ndert. Wir in Deutschland kennen das aus der Nazizeit, als Juden und Osteurop\u00e4er ganz offiziell als Untermenschen und lebensunwert galten.<\/p>\n<p>Meine Definition von Rassismus ist simpel. In dem Moment, wo eine Rasse eine andere als nicht so hochstehend, wertvoll oder auf gleicher Ebene befindlich erkl\u00e4rt, ist das Rassismus.<\/p>\n<p>Rassismus ist nicht, wenn man nicht alle als gleich ansieht. Ostasiaten, Inder, Ugander, Engl\u00e4nder und Yanomamiindianer sind verschieden, aber nicht mehr oder weniger \u201ewertvoll\u201c, sondern nur anders als alle anderen.<\/p>\n<p>Woran liegt es nun, dass in den USA immer noch Afroamerikaner diskriminiert werden? Der amerikanische B\u00fcrgerkrieg endete 1865 mit dem Sieg des Nordens. Er wurde nicht wegen der Sklavenbefreiung gef\u00fchrt, sondern wegen der sich immer deutlicher abzeichnenden unterschiedlichen Gesellschaftssysteme. Die Sklavenhaltung war ein Teil der s\u00fcdlichen Lebensart. Zu Beginn des B\u00fcrgerkrieges 1860 gab es ca. 3,5 Millionen Sklaven, die 1865 pl\u00f6tzlich frei waren. Das ist jetzt ungef\u00e4hr 160 Jahre her. Das ist nicht viel, um im Denken und F\u00fchlen der Menschen etwas zu ver\u00e4ndern. Amerikaner bezeichnen sich zwar als Amerikaner, sind aber immer noch stolz auf ihre Herkunft als Iren, Italiener oder Engl\u00e4nder. Zeichen daf\u00fcr ist zum Beispiel die j\u00e4hrliche St. Patrick Parade in New York. Wohingegen alle Schwarze Abk\u00f6mmlinge ehemaliger Sklaven sind, die man ja als Ware ansah.<\/p>\n<p>Zum Ende des B\u00fcrgerkriegs erhielten sie zwar etwas Land, das sie aber geschenkt bekamen und nicht eroberten, wie die stolzen Siedler, die den Westen eroberten, was ja in Film und Literatur glorifiziert wird, denken wir nur an die Cowboyromantik.<\/p>\n<p>Weiterhin fehlten nach Kriegsende Millionen Arbeitskr\u00e4fte. Daf\u00fcr erfand man das System des Convict-Leasings (H\u00e4ftlingsvermietung). Schwarze erhielten wegen geringer Vergehen hohe Haftstrafen. Die Gef\u00e4ngnisse vermieteten ihre Insassen massenweise an die wei\u00dfen Plantagenbesitzer. Sie waren quasi wieder Sklaven, nur unter anderem Namen.<\/p>\n<p>Obwohl die meisten Amerikaner Rassendiskriminierung ablehnen, sitzt der kleine Funke der Herablassung noch in vielen Gehirnen. Pr\u00fcfe sich auch bei uns einmal jeder selbst.<\/p>\n<p>F\u00fcr uns in Deutschland ist auch 75 Jahre nach Kriegsende die Erinnerung an das Naziregime lebendig. Das ist ja eine lange Zeit, und trotzdem&#8230;<\/p>\n<p>Da wir den Amis ja immer alles nachmachen, gab es auch bei uns wegen des Mordes an George Floyd Antirassismusdemos, obwohl bei uns keine vergleichbaren Zust\u00e4nde vorliegen. Da wird wieder munter alles vermischt, wie es immer \u00fcblicher wird. (Vergleiche \u201eWider die Verwahrlosung der Begriffe\u201c vom 13. M\u00e4rz 2017 in \u201eZeitgeschehen).<\/p>\n<p>In Regensburg gab es in den Asylunterk\u00fcnften vermehrte Coronaerkrankungen. Die dortige Tafel beschloss daraufhin, 14 Tage zu schlie\u00dfen. Die Oberb\u00fcrgermeisterin f\u00fchlte sich bem\u00fc\u00dfigt, auf die Gefahr der Diskriminierung hinzuweisen. Das ist einfach dumm! Die Tafel wird von Ehrenamtlichen betrieben und denen darf man doch nicht vorwerfen, rassistisch zu sein, weil sie Angst um ihre Gesundheit haben.<\/p>\n<p>Bei den Demonstrationen gegen Rassismus in verschiedenen St\u00e4dten geht es auch nicht um Rassismus, sondern um die Propagierung einer multikulturellen Gesellschaft, was aber etwas ganz anderes ist. Warum man da, nat\u00fcrlich in Berlin, wieder Autos anz\u00fcnden und Schaufenster einschlagen muss&#8230;?<\/p>\n<p>Macht halt auch Spa\u00df und die Gelegenheit ist g\u00fcnstig. Vielleicht sollte man dagegen einmal eine Hundertschaft amerikanischer Polizisten ausleihen, damit wahrer Rassismus erfahrbarer wird?<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Um jemanden diskriminieren zu k\u00f6nnen, muss man seine Pers\u00f6nlichkeit herabsetzen. 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