{"id":1936,"date":"2020-02-13T20:19:51","date_gmt":"2020-02-13T19:19:51","guid":{"rendered":"https:\/\/gpflug.de\/website\/?p=1936"},"modified":"2020-02-13T20:27:50","modified_gmt":"2020-02-13T19:27:50","slug":"yoga-und-die-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gpflug.de\/website\/2020\/02\/13\/yoga-und-die-welt\/","title":{"rendered":"Yoga und die Welt"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_1938\" aria-describedby=\"caption-attachment-1938\" style=\"width: 269px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1938\" src=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/Narendra-modi-212x300.jpg\" alt=\"Narendra modi\" width=\"269\" height=\"381\" srcset=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/Narendra-modi-212x300.jpg 212w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/Narendra-modi-724x1024.jpg 724w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/Narendra-modi-768x1086.jpg 768w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/Narendra-modi.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 269px) 100vw, 269px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1938\" class=\"wp-caption-text\">Mit Genehmigung des Autors Vikrampasari.You are free: to share \u2013 to copy, distribute and transmit the work<\/figcaption><\/figure>\n<p>Der eine oder andere von Ihnen wird sich beim Besuch meiner Seite manchmal fragen, warum hier neben Yoga auch andere Themenbereiche abgehandelt werden.<\/p>\n<p>Das nebenstehende Bild zeigt Dr. Hansaji Yogendra, die Pr\u00e4sidentin des Yogainstituts in Mumbai mit dem indischen Premierminister Narendra Modi anl\u00e4sslich des \u201eInternational Day of Yoga\u201c in Rajpath Delhi.<\/p>\n<p>Hansaji ist die Witwe meines Gurus Dr. Jayadeva Yogendra und f\u00fchrt die Yogatradition des Instituts fort. Wir kennen uns seit \u00fcber 40 Jahren und es liegt mir fern, mich negativ zu \u00e4u\u00dfern. Als ich dieses Bild sah, kamen mir aber einige kritische Gedanken.<!--more--><\/p>\n<p>Generell k\u00f6nnte man sagen, dass das Ziel des klassische Yoga die Transzendenz der materiellen Welt ist. Das \u201eHauptwerkzeug\u201c ist die Konzentration, die zu Meditation und schlie\u00dflich zu Erkenntnis der h\u00f6heren Realit\u00e4t f\u00fchrt. Dazu m\u00fcssen die Sinne (Indriyas) kontrolliert werden. Idealerweise sollte man sich dazu vom Trubel der Welt fernhalten. Deswegen gingen die Yogis seit alters her in die W\u00e4lder und Berge. Nun haben wir alle unser Dharma zu erf\u00fcllen. Hansaji kann nicht in die W\u00e4lder gehen, sonst w\u00fcrde das Institut aufh\u00f6ren zu existieren.<\/p>\n<p>Die meisten von uns sind in \u00e4hnlichen Situationen. Wir leben unser Dharma in der Welt. Das macht es erforderlich, dass wir uns in ihr verorten. Wie stehen wir zum \u201eRest der Welt\u201c ist eine Frage, die sich t\u00e4glich stellt.<\/p>\n<p>Premierminister Modi und seine BJP (Bharatiya Janata Party) sind Hindunationalisten. Das bedeutet, er und seine Partei streben einen quasi religi\u00f6s hinduistisch basierten Staat an. Das widerspricht der bisherigen s\u00e4kularen Verfassung, wie sie von den Gr\u00fcnderv\u00e4tern Ghandi und Nehru vorgesehen war.<\/p>\n<p>Jawaharlal Nehru, der erste Premierminister nach der Unabh\u00e4ngigkeit, sagte damals: \u201eWir haben eine muslimische Minderheit, die so gro\u00df ist, dass sie, selbst wenn sie das wollte, nirgendwo anders hingehen kann. Sie muss in Indien leben. Wir m\u00fcssen ihr Sicherheit und die B\u00fcrgerrechte eines demokratischen Staates geben.\u201c Diese s\u00e4kulare Staatsform wird von der gegenw\u00e4rtigen Regierung angegriffen. Mit unabsehbaren Folgen, denn die moslemische \u201eMinderheit\u201c ist immerhin 150 Millionen stark.<\/p>\n<p>Wer \u00f6fter auf meiner Seite ist, wei\u00df, dass ich mich kritisch mit dem Islam auseinandersetze. Aber &#8211; die Moslems in Indien sind in erster Linie Inder. Das war zu sehen, als einer der Hauptimame zur Unterst\u00fctzung der Taliban aufrief und ihm von seinen Glaubensbr\u00fcdern gesagt wurde, er solle dann eben nach Afghanistan gehen und nicht hier Unfrieden stiften.<\/p>\n<p>Seit 1971 war Modi bei der Rashtriya Swayamsevak Sangh (RSS) engagiert. Dies ist eine radikal- hinduistische bzw. faschistische, hierarchisch strukturierte Kaderorganisation, die sich bei ihrer Gr\u00fcndung 1925 die deutschen und italienischen Faschisten zum Vorbild nahm.<\/p>\n<p>Er war auch Chief Minister von Gujarat, als es dort 2002 zu einem Brandanschlag auf einen Zug mit hinduistischen Pilgern kam. 245 Hindus und 790 Moslems starben. Es kam zu Verst\u00fcmmelungen und Massenvergewaltigungen. 150 000 Muslime kamen in Lager. Im Jahr 2005 wurde Modi von den USA wegen seiner \u201eVerantwortlichkeit f\u00fcr schwere Verletzungen der Religionsfreiheit\u201c ein Einreisevisum verwehrt.<\/p>\n<p>Es w\u00fcrde zu weit f\u00fchren, noch mehr in Details zu gehen. Modi selbst pflegt einen asketischen Lebensstil mit vegetarischer Ern\u00e4hrung und Abstinenz von Tabak und Alkohol. Da liegt eine Affinit\u00e4t zu Yoga, als einer hinduistisch basierten Technik, nahe.<\/p>\n<p>In der Neuen Z\u00fcrcher Zeitung vom 13.2.2020 war zu lesen, dass es \u201e in der hindu-nationalistischen Regierung von Narendra Modi ein Ministerium gibt, das traditionelle indische Heilmethoden propagieren soll. Die haarstr\u00e4ubenden Methoden, die es nun f\u00fcr die Bek\u00e4mpfung des Coronavirus vorschl\u00e4gt, bringen die \u00c4rzteschaft in Rage. Hintergrund ist eine Verlautbarung des Ayush-Ministeriums, einer Beh\u00f6rde, die traditionelle indische Heilmethoden erforschen und f\u00f6rdern soll (\u00abAyush\u00bb steht f\u00fcr Ayurveda, Yoga, Unani, Siddha und Hom\u00f6opathie). Wer zum Beispiel drei Tage lang auf leeren Magen eine hom\u00f6opathische Dosis Arsen einnehme, k\u00f6nne dadurch eine Infektion vermeiden.\u201c<\/p>\n<p>Ich kann nicht beurteilen, ob das stimmt., aber mir kommt der Gedanke, dass da vielleicht die nationalistische Karte mit gespielt wird.<\/p>\n<p>Kehren wir zur\u00fcck zum Yogatag in Delhi. Es ist sicher eine Ehre, mit dem Premierminister in Kontakt zu kommen. Verbindungen zu staatlichen Stellen und Notabeln herzustellen und zu pflegen geh\u00f6ren zu den genuinen Aufgaben einer Direktorin.<\/p>\n<p>Auch wir anderen sind in einem Netzwerk von Beziehungen. Manche pflegen wir gern, manche w\u00fcrden wir gerne lassen, aber sie sind notwendig.<\/p>\n<p>Wir sollten aber immer wissen, wo wir und die anderen stehen, denn es sollte nicht so sein, dass wir uns unbewusst vor einen Karren spannen lassen, der nicht der unsere ist.<\/p>\n<p>Wir sind zwar \u201eYogis\u201c, aber die Welt, in der wir leben ist immer gegenw\u00e4rtig. Deswegen hei\u00dft diese Seite \u201eYoga Life\u201c.<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der eine oder andere von Ihnen wird sich beim Besuch meiner Seite manchmal fragen, warum hier neben Yoga auch andere Themenbereiche abgehandelt werden. Das nebenstehende Bild zeigt Dr. Hansaji Yogendra, die Pr\u00e4sidentin des Yogainstituts in Mumbai mit dem indischen Premierminister Narendra Modi anl\u00e4sslich des \u201eInternational Day of Yoga\u201c in Rajpath Delhi. 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