{"id":1827,"date":"2019-11-18T18:41:41","date_gmt":"2019-11-18T17:41:41","guid":{"rendered":"http:\/\/gpflug.de\/website\/?p=1827"},"modified":"2019-11-18T18:44:27","modified_gmt":"2019-11-18T17:44:27","slug":"the-long-and-winding-road","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gpflug.de\/website\/2019\/11\/18\/the-long-and-winding-road\/","title":{"rendered":"The long and winding road&#8230;&#8230;"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-1829\" src=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/IMG_20190716_055802-EFFECTS-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/IMG_20190716_055802-EFFECTS-300x225.jpg 300w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/IMG_20190716_055802-EFFECTS-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/IMG_20190716_055802-EFFECTS-768x576.jpg 768w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/IMG_20190716_055802-EFFECTS-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/IMG_20190716_055802-EFFECTS-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>\u2026 hie\u00df ein Song der Beatles, ich glaube er war auf der LP Rubbersoul. Paul McCartney beklagt sich darin bei seiner Geliebten, dass er nach langen Wegen immer wieder an ihrer T\u00fcre steht und sie \u2013 l\u00e4sst ihn stehen.<\/p>\n<p>Auch unser Leben ist eine gewundene Stra\u00dfe. Wir gehen selten die Direttissima. Aber sind das dann Umwege, die wir gehen? Gibt es eigentlich Umwege oder sind das alles notwendige Pfade, die wir gehen m\u00fcssen?<!--more--><\/p>\n<p>Wenn wir uns so anschauen, dann haben wir als Menschen schon ein betr\u00e4chtliches Ma\u00df an Beharrungsverm\u00f6gen. Wir wissen in vielen F\u00e4llen, was wir tun und wie wir uns verhalten sollten. Aber unsere inneren Muster hindern uns, neue Wege zu gehen. Ich habe dar\u00fcber in den Artikeln \u201eYoga und Psychotherapie\u201c ausf\u00fchrlich geschrieben.<\/p>\n<p>In der Regel \u00e4ndern wir uns nur, wenn wir m\u00fcssen. Im Grunde ist das intelligentes Handeln, denn wenn wir mit bestimmten Mechanismen und Verhaltensweisen das erreichen, das wir wollen, ist es vern\u00fcnftig, dabei zu bleiben. Never change a winning horse!<\/p>\n<p>Diese Verhaltensweisen m\u00f6gen f\u00fcr Au\u00dfenstehende seltsam und vielleicht auch unvern\u00fcnftig sein, aber: \u201eWas gehen mich andere an?\u201c.<\/p>\n<p>Die am besten erprobten \u00dcberlebensmechanismen sind aus der fr\u00fchen Kindheit. Zum Beispiel: \u201eErst mal abwarten, bis sich der Sturm gelegt hat, sich zur\u00fcckziehen und sich ruhig verhalten. Alles andere w\u00e4re viel zu gef\u00e4hrlich.\u201c<\/p>\n<p>Irgendwann wird dieses Muster nicht mehr funktionieren, n\u00e4mlich dann, wenn aktives Handeln n\u00f6tig w\u00e4re.<\/p>\n<p>Auch gesundheitssch\u00e4dliches Verhalten w\u00e4re hier zu nennen. Warum soll einer nicht rauchen oder trinken oder einen Joint rauchen, wenn es ihm damit besser geht? Auch hier wird eines Tages der Punkt kommen, wo das nicht mehr wirkt oder, noch wahrscheinlicher, die Gesundheit auf dem Spiel steht.<\/p>\n<p>Jetzt geht der Kampf ernstlich los, und es ist ein Kampf. Zun\u00e4chst werden wir alle m\u00f6glichen Tricks ausprobieren, ob wir das Neue bekommen, ohne das Alte zu lassen. Zum Beispiel nur f\u00fcnf Zigaretten zu rauchen, anstatt eine Packung. Das mag ein bisschen funktionieren, aber nicht wirklich. Diese Versuche, mit einem bisschen Ver\u00e4nderung auf eine w\u00fcnschenswertere Verhaltensebene zu kommen, k\u00f6nnen sehr lange gehen. Manchmal Jahrzehnte. Es kann sich dabei sogar herauskristallisieren, dass es sich um<strong> die<\/strong> Lebensarbeit handelt, die uns aufgegeben ist.<\/p>\n<p>Es kann sogar sein, dass ein uns im Lauf der Jahre immer verhassteres Verhalten letztlich die Triebfeder ist, immer wieder neue Dinge auszuprobieren.<\/p>\n<p>Ich hatte vor Jahrzehnten eine sehr schwierige berufliche Situation zu bew\u00e4ltigen. Ich habe das nicht geschafft und mein Arbeitgeber und ich haben uns \u201ein beiderseitigem Einvernehmen\u201c getrennt. Ich erlebte das als ein Versagen auf der ganzen Linie und das war es auch. Ich habe es deswegen nicht geschafft, weil ich zu sehr in Kindheitsstrukturen festsa\u00df. Sie wurden mir mit diesem Ereignis das erste Mal bewusst und ich war machtlos dagegen.<\/p>\n<p>Ich verkroch mich in mich selbst und wusste nicht, wie ich da herauskommen sollte. Dann ging ich eines Tages an einer kleinen Buchhandlung vorbei und sah ein Buch \u00fcber Meditation. Dieser Moment war bestimmend f\u00fcr meinen ganzen zuk\u00fcnftigen Lebensverlauf.<\/p>\n<p>Ausl\u00f6ser war die berufliche Katastrophe. Ich w\u00e4re nie nach Indien geflogen oder h\u00e4tte mich mit Psychotherapie befasst, wenn alles glatt gegangen w\u00e4re.<\/p>\n<p>Nun ist dies gewisserma\u00dfen ein Supergau gewesen. Wenn wir bewusster hinsehen, werden wir feststellen, dass wir Tag f\u00fcr Tag kleinere Hinweise und Stolpersteine angeboten bekommen, die uns in die richtige Richtung verweisen, wenn wir sie denn sehen wollen.<\/p>\n<p>Durch die relativ kurze Spanne unseres Lebens haben wir es eilig. Wir wollen schnelle L\u00f6sungen. Aber \u2013 das funktioniert so nicht. Steter Tropfen h\u00f6hlt den Stein!<\/p>\n<p>Irgendwann werden wir zu der Einsicht kommen, dass alle Erfahrungen und Erlebnisse ihre Berechtigung hatten.<\/p>\n<p>Nichts war umsonst!<\/p>\n<p>Der Held Arjuna fragte auf dem Schlachtfeld von Kurukshetra seinen Wagenlenker Krishna: \u201eSage mir, oh Allwissender, wenn ein Yogi von der Lehre abf\u00e4llt und stirbt, war dann all sein vorheriges Bem\u00fchen umsonst?\u201c Die Antwort lautete: \u201eNein, oh m\u00e4chtiger Held, nichts war umsonst. Im n\u00e4chsten Leben wird es an genau dem Punkt weitergehen. Nichts war vergebens.\u201c<\/p>\n<p>Alles, aber auch wirklich alles, was wir erleben, dient dazu, bewusstseinsm\u00e4\u00dfig weiterzukommen. Je \u00f6fter wir in dieser Haltung sein k\u00f6nnen, desto leichter wird das Leben f\u00fcr uns sein.<\/p>\n<p>Ein Zensch\u00fcler fragte seinen Meister: \u201eMeister, ich esse und arbeite und schlafe und du isst und arbeitest und schl\u00e4fst. Du bist erleuchtet und ich nicht. Aber du tust nichts anderes als ich. Was wird sich \u00e4ndern, wenn ich auch einmal erleuchtet bin?\u201c<\/p>\n<p>Die Antwort: \u201eDu isst und arbeitest und schl\u00e4fst.\u201c<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u2026 hie\u00df ein Song der Beatles, ich glaube er war auf der LP Rubbersoul. Paul McCartney beklagt sich darin bei seiner Geliebten, dass er nach langen Wegen immer wieder an ihrer T\u00fcre steht und sie \u2013 l\u00e4sst ihn stehen. Auch unser Leben ist eine gewundene Stra\u00dfe. Wir gehen selten die Direttissima. 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