{"id":1798,"date":"2019-10-26T10:46:51","date_gmt":"2019-10-26T08:46:51","guid":{"rendered":"http:\/\/gpflug.de\/website\/?p=1798"},"modified":"2019-10-26T10:52:20","modified_gmt":"2019-10-26T08:52:20","slug":"das-netz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gpflug.de\/website\/2019\/10\/26\/das-netz\/","title":{"rendered":"Das Netz"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_1800\" aria-describedby=\"caption-attachment-1800\" style=\"width: 395px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-1800\" src=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/IMG_20171216_192618-300x126.jpg\" alt=\"\" width=\"395\" height=\"166\" srcset=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/IMG_20171216_192618-300x126.jpg 300w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/IMG_20171216_192618-768x322.jpg 768w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/IMG_20171216_192618-1024x429.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 395px) 100vw, 395px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1800\" class=\"wp-caption-text\">mde<\/figcaption><\/figure>\n<p>Vor einigen Tagen hatte ich nachts einen Traum. Ich sah einen Raum, der sich ins Unendliche erstreckte. Er hatte eine tiefblaue ins schw\u00e4rzlich gehende Farbe. Durch diesen grenzenlosen Raum zog sich ein silbrig-wei\u00dfes Gitternetz, das an seinen Kreuzungen mit funkelnden gr\u00f6\u00dferen und kleineren Knoten oder Punkten verbunden war. Es waren Myriaden dieser Lichtpunkte. Es \u00e4hnelte einer gro\u00dfen Stadt, \u00fcber die man nachts mit dem Flugzeug fliegt. Das ganze Netz war in diesem fluoreszierenden Blau-Schwarz in einer st\u00e4ndigen vibrierenden Bewegung. Wenn sich irgendwo in dieser Unendlichkeit einer der unterschiedlich gro\u00dfen Knoten regte, so teilte sich dies in mehr oder weniger starken Vibrationen dem ganzen Netz mit.<!--more--><\/p>\n<p>Mir war sofort klar, dass ich einer dieser Knoten war. Jeder Knoten stellte eine Entit\u00e4t im Universum dar. Es war wie ein Aha-Erlebnis. Alles Existente ist mit allem verbunden. Gleichzeitig f\u00fchlte ich eine gro\u00dfe Verletzlichkeit. Mir wurde die Abh\u00e4ngigkeit, in der ich mich befinde schmerzlich deutlich.<\/p>\n<p>\u00dcberlegen wir! Unser kleines individuelles Universum ist alles andere als autonom. Schon wenn uns einer scheinbar etwas schief ansieht, ger\u00e4t unser Wohlbefinden manchmal etwas ins Wanken. Wir sind auf alles und jedes aus unserer Umwelt angewiesen. Wasser, Luft, Nahrung. Nichts von all dem k\u00f6nnen wir aus uns selbst heraus erschaffen. Wenn sich einer der gr\u00f6\u00dferen Knoten bewegt, weit entfernt von uns, gelangen kleinste Ersch\u00fctterungen durch das Netz zu uns. Bewegt sich ein kleiner Knoten in der Nachbarschaft, zum Beispiel die Gemeinde hat beschlossen, dass die Stra\u00dfe vor unserem Haus verbreitert werden soll, ger\u00e4t vielleicht unser ganzes Lebenskonzept aus der Balance.<\/p>\n<p>Wer sich im Leben schon einmal in einer Situation befand, in der er sich ausgeschlossen f\u00fchlte, zum Beispiel w\u00e4hrend eines Stehempfangs, bei dem sich scheinbar alle kannten und miteinander plauderten, blo\u00df mit einem selbst nicht, wei\u00df, auf welch wackeligen Beinen unser Wohlbefinden steht.<\/p>\n<p>Mein Traumbild zeigte mir auch deutlich die Machtlosigkeit auf, in der wir uns befinden. Auch das ist ein Signal, sich nicht an Dinge zu h\u00e4ngen, die sich au\u00dferhalb der eigenen Kompetenz und Macht befinden.<\/p>\n<p>Ich erinnere mich, dass ich w\u00e4hrend des Traums ein starkes Gef\u00fchl der Dankbarkeit empfand, dass der kleine silbern schimmernde Punkt in dieser zitternden Unendlichkeit in diesem Moment so geborgen war. Im n\u00e4chsten Augenblick k\u00f6nnte es ja schon ganz anders sein. Ein Gedanke, der aus den Tiefen des Unbewussten aufsteigt, kann eine Stimmungs\u00e4nderung ins Negative bewirken. Alles kann sich ganz pl\u00f6tzlich \u00e4ndern.<\/p>\n<p>Ein zentraler Gedanke im Buddhismus ist die Interdependenz zwischen allem. Nichts existiert ohne das andere. Insofern gibt es auch keine Individualit\u00e4t und kein getrennt sein vom anderen. Im Yoga haben wir das Gunakonzept, \u00fcber das ich schon oft geschrieben habe.<\/p>\n<p>Auch hier finden wir denselben Gedanken. Alles, was existiert, ist aus den drei Gunas Rajas, Tamas und Sattva aufgemacht. Wenn diese drei Wesenheiten dichter gruppiert sind, nehmen wir das als feste K\u00f6rper wahr, zum Beispiel als Menschen. Der Raum dazwischen, die Luft, ist von geringerer Dichte. Aber es existiert keine scharfe Trennung.<\/p>\n<p>Wenn sich zwei streiten, sto\u00dfen lediglich zwei dichtere Gunakonstellationen zusammen. Sp\u00e4ter trennen sich die beiden Zusammenballungen wieder und die Elementekonzentration zwischen ihnen wird wieder d\u00fcnner. \u201eDu bist Luft f\u00fcr mich\u201c, sagt man.<\/p>\n<p>Denken wir doch manchmal an das bekannte Beispiel von dem Schmetterling in den Anden. Wenn er die Fl\u00fcgel bewegt, gibt es auf der anderen Seite der Welt einen Orkan.<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor einigen Tagen hatte ich nachts einen Traum. Ich sah einen Raum, der sich ins Unendliche erstreckte. Er hatte eine tiefblaue ins schw\u00e4rzlich gehende Farbe. Durch diesen grenzenlosen Raum zog sich ein silbrig-wei\u00dfes Gitternetz, das an seinen Kreuzungen mit funkelnden gr\u00f6\u00dferen und kleineren Knoten oder Punkten verbunden war. Es waren Myriaden dieser Lichtpunkte. 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