{"id":1743,"date":"2019-09-04T17:38:53","date_gmt":"2019-09-04T15:38:53","guid":{"rendered":"http:\/\/gpflug.de\/website\/?p=1743"},"modified":"2019-09-04T17:44:51","modified_gmt":"2019-09-04T15:44:51","slug":"immer-ich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gpflug.de\/website\/2019\/09\/04\/immer-ich\/","title":{"rendered":"Immer ich!"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-1746\" src=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/A-45-300x193.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"193\" srcset=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/A-45-300x193.jpg 300w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/A-45-768x495.jpg 768w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/A-45-1024x660.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Wir beobachten Menschen, die viel leiden m\u00fcssen, die ein st\u00e4ndiges \u201dWarum ich?\u201d mit sich herum tragen. Anderen scheint alles zu gelingen. Sie sind sozusagen auf der sonnigen Seite des Lebens. Wenn ich das Karmagesetz auf dieses Problem anwende, dann erscheint mir die Aussage aus Sutra 14 im zweiten Kapitel der Yogasutren logisch, dass gute Handlungen angenehmere Erfahrungen produzieren als schlechte Handlungen. Diese Aussage deckt sich mit meiner t\u00e4glichen Erfahrung. Wenn ich jemandem etwas Gutes tue, f\u00fchle ich mich besser und ich bekomme von ihm eine positivere Resonanz, als wenn ich ihn \u00e4rgere. Ich denke, dass wir Menschen ein sehr feines Gef\u00fchl f\u00fcr gut oder schlecht haben. Wir brauchen nur darauf h\u00f6ren.<!--more--><\/p>\n<p>Es liegt also an uns, wie es uns geht. In diesem Zusammenhang ist es wirklich wichtig, zu verstehen, dass es in diesem System den Begriff \u201dSchuld\u201d nicht gibt. Es ist pervertiertes Denken, auf Menschen, die leiden herabzusehen und zu denken: \u201eselbst schuld\u201d. Das ist Pharis\u00e4ertum und zeugt von wenig Verst\u00e4ndnis, zumal diese Haltung, neben anderen, genau dem entspricht, was mit \u201eschlechter Handlung\u201d gemeint ist. Es gibt in Indien den Ausspruch: \u201eSei dem Bettler dankbar, dass er dir die Chance gibt, das Gute in dir zu entdecken\u201d. Du merkst selbst immer wieder, dass die negativen Seiten in dir ein Ballast sind, den du mit dir herumschleppst.<\/p>\n<p>Ich meine damit solche Sachen wie Neid, Missgunst, Schadenfreude usw. Begreife es als Training f\u00fcr deinen Weg zur Freiheit, wenn dich Menschen fordern, denen es nicht so gut geht wie dir. Denke daran, dass wir alle auf dem Weg sind. Sieh auch zu, dass du dabei nicht in die Haltung verf\u00e4llst: \u201eWenn ich dem Junkie jetzt eine Mark gebe, dann geht es mir im n\u00e4chsten Leben besser\u201d. Das w\u00e4re berechnend. Es geht um das \u201dGute an sich\u201d. Dies, trotz aller R\u00fcckschl\u00e4ge, immer wieder zu erkennen, erfordert ein st\u00e4ndiges Reflektieren der eigenen Person und der Interaktionen mit der Au\u00dfenwelt unter Einbezug philosophischer \u00dcberlegungen .<\/p>\n<p>Lass\u2019 dich mal darauf ein, \u201ejust for fun&#8220; und sp\u00fcre die innere Freiheit, die du dadurch erlebst. Freiheit hat nichts damit zu tun, nach Las Vegas zu fahren und die Sonne zu putzen, wie es Udo Lindenberg in einem seiner Songs ausdr\u00fcckt, denn das, was dich eigentlich unfrei macht, n\u00e4mlich das was in dir ist, hast du ja auch dort dabei. Ich war vor Jahren eine Woche lang in Goa, damals noch ein stilles Paradies. Ich hatte mir f\u00fcr einige Rupien ein kleines Haus in einem wundersch\u00f6nen Palmenhain gemietet. Meine Nachbarn waren einige junge Aussteiger aus Frankfurt. Auch sie waren ins \u201dParadies\u201d gekommen &#8211; und hatten ihren ganzen Zank und ihre Unzufriedenheit mit sich und den Umst\u00e4nden mitgebracht. Sie wirkten nicht gl\u00fccklich.<\/p>\n<p>Freiheit ist die Einsicht in die Natur der Dinge und das Annehmen der eigenen Verantwortung. Jemandem anderen die Verantwortung f\u00fcr sich anzulasten bedeutet immer Unfreiheit. Frei zu sein, bedeutet auch die F\u00e4higkeit, etwas abschlie\u00dfen zu k\u00f6nnen. Ich habe in vielen Therapiesitzungen erlebt, wie Menschen ihre Eltern f\u00fcr die Schwierigkeiten in ihrem Leben verantwortlich machten. Jeder von uns wei\u00df, dass Eltern wahrlich nicht immer optimal handeln, um ihre Kinder zu selbstbewussten und selbstbestimmten Menschen heran zu erziehen.<\/p>\n<p>Zwei Dinge sind aber zu beachten:<\/p>\n<p>Auch sie hatten ihre St\u00e4rken und Schw\u00e4chen. Sie waren keine Supermenschen und du hast das von ihnen bekommen, was ihnen m\u00f6glich war zu geben. Dass dein Vater vielleicht trank und dich verpr\u00fcgelt hat, ist nichts, wof\u00fcr du ihm dankbar sein musst. Ich nehme aber an, dass er mit seinem Leben auch nicht zufrieden war und oft aus Schw\u00e4che nicht anders konnte als zur Flasche zu greifen. Nichts ist vollkommen schwarz. Also wird auch er dir etwas Positives mitgegeben haben. Vielleicht die F\u00e4higkeit, immer irgendwie wieder auf die Beine zu kommen. Solange du Groll auf deine Eltern hegst, tr\u00e4gst du sie mit dir herum, auch wenn du dich r\u00e4umlich fern von ihnen h\u00e4ltst. Sie haben nach wie vor Macht \u00fcber dich und du spielst \u201eihr Spiel\u201d. Es ist eine der gr\u00f6\u00dften Leistungen in jeder Psychotherapie, seine Eltern, so wie sie sind anzunehmen und ihnen zu verzeihen. Erst dann bist du frei. Nat\u00fcrlich musst du vorher durch den ganzen Wust an Gef\u00fchlen hindurch.<\/p>\n<p>Die andere Sache, die du beachten musst ist die, dass du deinen Eltern als Kind ausgeliefert warst. Das sind Kinder immer. Die Erwachsenen sind einfach zu gro\u00df und zu m\u00e4chtig. Zudem darf das Kind nicht \u201eb\u00f6se\u201d sein, weil es von der wahnsinnigen Angst beherrscht wird, die Liebe oder die N\u00e4he von Vater und Mutter zu verlieren. Auch da hast du bestimmt Grund zu \u00c4rger und Wut, wenn du zur\u00fcckdenkst. Nur &#8211; jetzt bist du kein Kind mehr! Und es ist \u201ekindisch\u201d, die Eltern immer noch f\u00fcr eigenes Verhalten verantwortlich zu machen. Das h\u00e4lt dich in Abh\u00e4ngigkeit und Schw\u00e4che. Du musst, allein oder mit Hilfe anderer, soweit kommen zu sagen: \u201eOkay, das und das habe ich als Kind erlebt und ich habe damit immer noch meine Schwierigkeiten, aber jetzt bin ich erwachsen und ich werde jetzt darangehen, die Sache f\u00fcr mich in Ordnung zu bringen\u201d.<\/p>\n<p>Du kannst dieses Prinzip Selbstverantwortung sehr oft \u00fcben. Es ist ein zentraler Punkt im Yogatraining. Achte zum Beispiel mal drauf, wie viele Schuldzuweisungen du am Tag verteilst.<\/p>\n<p>Hier einige Beispiele: Dir geht es nicht gut, weil das Wetter zu hei\u00df oder zu tr\u00fcb ist. Deine Frau hat dich nicht gen\u00fcgend beachtet, deswegen hast du schlechte Laune und Selbstzweifel. Die Verk\u00e4uferin im Modegesch\u00e4ft hat dich warten lassen usw.usw.<\/p>\n<p>Es gibt immer tausend Gr\u00fcnde, warum dies oder das nicht so l\u00e4uft, wie du es dir vorgestellt hast. Es ist das (clevere) Spiel der Gunas, die sich entsprechend deinem Karma gruppieren und die die einzige Aufgabe haben, dich frei zu machen.<\/p>\n<p>Stelle dir folgendes Bild vor: Die Gunas haben sich zu einem tr\u00fcben Wetter formiert, weil sie durch dein Karma die Information haben, dass dich das in schlechte Laune versetzt und du das unbedingt l\u00f6sen musst, bevor du weiterkommst. Du aber spulst dein \u00fcbliches Verhaltensschema ab und wirst missmutig. Um dich herum aber ert\u00f6nt, unh\u00f6rbar f\u00fcr dich, ein kosmisches Gel\u00e4chter, w\u00e4hrend sich die Gunas schon wieder beginnen umzugruppieren, um dir die n\u00e4chste Chance zu bieten.<\/p>\n<p>&#8222;Das Yogalehrbuch&#8220; G.Pflug<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir beobachten Menschen, die viel leiden m\u00fcssen, die ein st\u00e4ndiges \u201dWarum ich?\u201d mit sich herum tragen. Anderen scheint alles zu gelingen. Sie sind sozusagen auf der sonnigen Seite des Lebens. 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