{"id":1589,"date":"2019-05-24T14:43:37","date_gmt":"2019-05-24T12:43:37","guid":{"rendered":"http:\/\/gpflug.de\/website\/?p=1589"},"modified":"2019-05-24T14:43:37","modified_gmt":"2019-05-24T12:43:37","slug":"yoga-und-psychotherapie-teil-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gpflug.de\/website\/2019\/05\/24\/yoga-und-psychotherapie-teil-2\/","title":{"rendered":"Yoga und Psychotherapie Teil 2"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-1591\" src=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/IMG_20190519_115517-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/IMG_20190519_115517-225x300.jpg 225w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/IMG_20190519_115517-768x1024.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/>Wir haben in dem Beispiel gesehen, wie neurotische St\u00f6rungen entstehen k\u00f6nnen. Ich habe eine m\u00f6gliche Auswirkung geschildert. Allerdings spielen viele Faktoren mit, wie sie sich \u00e4u\u00dfern k\u00f6nnten. Das Reservoir der Psyche ist unersch\u00f6pflich.<\/p>\n<p>Als ich vor Jahren sechs Wochen zu einem \u201eRefresher\u201c im Yogainstitut war, ergab sich die folgende Situation. Zu der Zeit waren zwei Frauen aus Deutschland im Women&#8217;s Hostel und ein junger Inder und ich im Men&#8217;s Hostel. In dieser kleinen Gruppe von Residentials herrschten erhebliche Spannungen.<!--more--> Alle waren starke Charaktere und grundverschieden. Die beiden Frauen konnten sich nicht ausstehen und zwischen uns beiden M\u00e4nnern gab es auch Konflikte. Schlie\u00dflich bildeten sich zwei Untergruppen, die miteinander konnten. Wir hatten jeden Tag miteinander zu tun. Wir trafen uns zum Essen, beim Karma Yoga und bei den Lectures. Das Leben machte einfach keinen Spa\u00df, weil die ganze Atmosph\u00e4re eisig war. Ich war schon drauf und dran, das Institut zu verlassen, um in den S\u00fcden in einen anderen Ashram zu gehen.<\/p>\n<p>Ich sprach Dr. Jayadeva, meinen Guru, darauf an und bat ihn um Vermittlung. Am Nachmittag sa\u00dfen wir dann zu f\u00fcnft in dem kleinen Raum neben dem Office.<\/p>\n<p>Jeder konnte seine Beschwerden vorbringen. Wenn wir jetzt erwartet hatten, dass er in klassischer Manier unsere Klagen aufnehmen w\u00fcrde, sie verbalisieren und vermitteln w\u00fcrde, so hatten wir uns get\u00e4uscht.<\/p>\n<p>Vielmehr warf er uns auf uns selbst zur\u00fcck. Ahimsa, die Abwesenheit von Gewalt sollten wir praktizieren. Yogasutra II, 34 sagt, dass negative Gedanken Gewalt und Leid produzieren. Also soll man positive Gedanken denken. Karma Yoga bedeutet Handeln, ohne nach den Fr\u00fcchten zu fragen. Wenn wir also unsere Aufgaben konzentriert wahrnehmen w\u00fcrden und in Demut keine unmittelbaren Ergebnisse erwarteten, dann werde sich eine L\u00f6sung einstellen.<\/p>\n<p>\u201eSonst noch etwas?\u201c Sein Blick in die Runde nahm eine recht in sich gekehrte Gruppe wahr.<\/p>\n<p>An diesem Beispiel wird der Unterschied zwischen Yoga und Psychotherapie deutlich. Grunds\u00e4tzlich beginnt Yoga dort, wo Psychotherapie aufh\u00f6rt. Ich erw\u00e4hne den Begriff \u201egrunds\u00e4tzlich\u201c bewusst, denn nat\u00fcrlich kann es hilfreich sein, bei Prozessen der Aufarbeitung von Vergangenem, des Ein\u00fcbens von neuen Verhaltensweisen und des Bewusstmachens von alten Strukturen, Elemente des Yoga einzubauen, die die Achtsamkeit unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Deutlich wird es, wenn wir uns Asanas, Pranayamas und Meditationstechniken ansehen. Im normalen Dasein bewegen wir uns, wie es uns gerade gef\u00e4llt. Beim Atem ist es genauso. Nicht so bei den Asanas. Hier wird bewusst \u201eStop\u201c gesagt. Die Bewegung kommt zum Stillstand. Leben hei\u00dft Bewegung, Wandel, sowohl psychisch als auch k\u00f6rperlich. Die Asana ist statisch. Der Fluss des Wandels wird bewusst unterbrochen. Damit sagt der Yogi nicht mehr und nicht weniger: \u201eIch steige aus dem Leben aus!\u201c<\/p>\n<p>Wir sprachen schon oft \u00fcber die Gunas Rajas, Tamas und Sattva, die drei Grundwesenheiten, aus denen die Materie und damit auch wir bestehen. Wir sagten, dass sie in unaufh\u00f6rlicher Bewegung sind. Entsprechend unserem Thema sind wir in einer Minute w\u00fctend, dann wieder ged\u00e4mpft, dann mal ausgeglichen und zufrieden, bis uns einer schief ansieht, dann geht alles wieder von vorne los. Unsere Gef\u00fchle sind wie der Wind, der \u00fcber einen Teich streicht und ihn mal mehr, mal weniger bewegt. All das ist ein Synonym f\u00fcr Leben. Wenn wir den wahren Menschen(Purusa) erkennen wollen, muss der Teich vollkommen ruhig sein. Nur dann ist der Grund erkennbar.<\/p>\n<p>Bei den Pranayamatechniken, die \u00fcber die Atmung ablaufen, ist es das Gleiche. Wir wissen, dass die Atmung den Gedanken und Gef\u00fchlen folgt. Sind diese ruhig, so ist auch die Atmung ruhig und vice versa. Pranayama reguliert die Atmung, verlangsamt sie und bringt sie nahezu zum Stillstand.<\/p>\n<p>Auch hier wieder der Ausstieg aus dem Normalen.<\/p>\n<p>(wird fortgesetzt)<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir haben in dem Beispiel gesehen, wie neurotische St\u00f6rungen entstehen k\u00f6nnen. Ich habe eine m\u00f6gliche Auswirkung geschildert. Allerdings spielen viele Faktoren mit, wie sie sich \u00e4u\u00dfern k\u00f6nnten. Das Reservoir der Psyche ist unersch\u00f6pflich. Als ich vor Jahren sechs Wochen zu einem \u201eRefresher\u201c im Yogainstitut war, ergab sich die folgende Situation. 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