{"id":1581,"date":"2019-05-22T19:21:35","date_gmt":"2019-05-22T17:21:35","guid":{"rendered":"http:\/\/gpflug.de\/website\/?p=1581"},"modified":"2019-05-22T19:21:35","modified_gmt":"2019-05-22T17:21:35","slug":"yoga-und-psychotherapie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gpflug.de\/website\/2019\/05\/22\/yoga-und-psychotherapie\/","title":{"rendered":"Yoga und Psychotherapie"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_1583\" aria-describedby=\"caption-attachment-1583\" style=\"width: 236px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1583\" src=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/IMG_20180918_165522-236x300.jpg\" alt=\"\" width=\"236\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/IMG_20180918_165522-236x300.jpg 236w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/IMG_20180918_165522-768x975.jpg 768w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/IMG_20180918_165522-807x1024.jpg 807w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/IMG_20180918_165522.jpg 1855w\" sizes=\"auto, (max-width: 236px) 100vw, 236px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1583\" class=\"wp-caption-text\">cof<\/figcaption><\/figure>\n<p>Der Mensch, geschaffen nach Gottes Ebenbild, hat im Lauf der letzten Jahrhunderte drei Kr\u00e4nkungen hinnehmen m\u00fcssen, die sein Selbstverst\u00e4ndnis gewaltig ersch\u00fctterten.<\/p>\n<p>Diese Drei sind:<\/p>\n<p>Die Aussage Kopernikus&#8216;, dass die Erde um die Sonne kreist und nicht umgekehrt.<\/p>\n<p>Darwins Lehre, dass der Mensch von den Tieren abstammt.<\/p>\n<p>Freuds These, dass wir nicht Herr im eigenen Haus sind, weil der Verstand und der Wille nicht f\u00fcr unser Verhalten ma\u00dfgebend sind, sondern dass wir vom Unbewussten gesteuert werden, welches wir nicht steuern k\u00f6nnen, wie der Name schon sagt. Unsere Triebe, vor allem der Sexualtrieb, liege unserem Handeln zugrunde. Hinzu k\u00e4men vielf\u00e4ltige neurotische St\u00f6rungen.<!--more--><\/p>\n<p>Uns interessiert hier die letzte der klassischen Kr\u00e4nkungen, n\u00e4mlich Freuds These.<\/p>\n<p>Jeder von uns m\u00f6chte ein gl\u00fcckliches, freies, selbstbestimmtes Leben f\u00fchren, frei von \u00c4ngsten und Beschr\u00e4nkungen. Warum gelingt das so schwer und warum fallen wir immer wieder in alte Gewohnheiten, die wir an uns eigentlich nicht m\u00f6gen?<\/p>\n<p>Ein Beispiel mag verdeutlichen, worum es geht.<\/p>\n<p>Zwei kleine Buben spielen im Kinderzimmer. Bis zum Alter von ungef\u00e4hr drei Jahren ist bei Kindern das Sozialverhalten noch nicht stark ausgepr\u00e4gt. Das bedeutet, dass zun\u00e4chst einmal die eigenen Bed\u00fcrfnisse an erster Stelle stehen. Das ist entwicklungspsychologisch begr\u00fcndet, denn der kleine Mensch, der ja hilflos ist, muss zuerst an sich, das hei\u00dft ans \u00dcberleben denken und dazu muss er so viel nehmen, wie er kriegen kann, ohne R\u00fccksicht. Eltern wissen, wovon ich spreche.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zu den zwei Buben. Zun\u00e4chst ist das Spiel ruhig und harmonisch, bis den einen das Holzauto, mit dem der andere sich gerade besch\u00e4ftigt, interessiert. Er m\u00f6chte das auch haben und versucht, es dem anderen aus der Hand zu rei\u00dfen. Ein f\u00fcr ein Kleinkind vollkommen nat\u00fcrlicher Vorgang. Aber, der Bruder gibt es nicht freiwillig her. Erst als er mit einem Baustein auf den Kopf geschlagen wird, l\u00e4sst er unter Geschrei los.<\/p>\n<p>Das h\u00f6rt die Mutter, die darauf ins Kinderzimmer eilt und mit scharfem m\u00fctterlichen Blick die Lage sofort erfasst, n\u00e4mlich: \u201eB\u00f6ses Kind, man schl\u00e4gt seinen Bruder nicht und nimmt ihm auch nichts weg. Sofort gibst du ihm das zur\u00fcck. So, und nun spielt sch\u00f6n weiter.\u201c<\/p>\n<p>Analyse: F\u00fcr den \u201eAngreifer\u201c ist sein Verhalten vollkommen klar und normal: \u201eDer hat etwas, das ich haben will und deswegen nehme ich es ihm weg.\u201c Wie anders sollte das sonst gehen? Er wei\u00df noch nichts von Absprachen, Verhandlungen usw.<\/p>\n<p>In dem Moment, in dem er das Auto hat, stellt sich ein Gef\u00fchl von Zufriedenheit und Gl\u00fcck ein. Das Geschrei des Bruders ist nicht wichtig.<\/p>\n<p>Jetzt kommt die Mutter und schimpft, v\u00f6llig unverst\u00e4ndlicherweise: \u201eB\u00f6ser Junge!\u201c \u00dcbersetzt hei\u00dft das: \u201eDas positive Gef\u00fchl, das ich hatte, als ich das, was ich wollte bekam, ist schlecht oder b\u00f6se.\u201c Das kleine Kind \u00fcbernimmt die Schuld, die ihm die Mutter aufdr\u00fcckt, obwohl es sie nicht versteht.<\/p>\n<p>Es lernt unbewusst daraus, dass sich stark und m\u00e4chtig F\u00fchlen, weil man etwas erreicht hat, nicht gut ist, weil Mama dann b\u00f6se wird und das kann man sich auf keinen Fall erlauben, denn die Liebe der Mutter steht \u00fcber allem, sie ist (\u00fcber)lebenswichtig. Um den Preis der m\u00fctterlichen Liebe muss das gute Gewinnergef\u00fchl weggeschoben werden und darf nicht mehr gef\u00fchlt werden. Es wird ins Unbewusste verdr\u00e4ngt. Dort entwickelt es dann seine eigene Dynamik.<\/p>\n<p>Wenn das Kind schon differenzierter denken k\u00f6nnte, dann k\u00f6nnte es sagen: \u201eIch habe das Auto, das ich wollte. Br\u00fcderchen schreit, das interessiert mich aber nicht und Mama ist jetzt sauer auf mich, aber das ist ihr Problem und nicht meines.\u201c<\/p>\n<p>Wenn sich Erfahrungen wie hier geschildert h\u00e4ufiger wiederholen und auch von heftigen Gef\u00fchlen begleitet werden, dann entwickelt sich eine neurotische St\u00f6rung.<\/p>\n<p>Erfahrungen der eigenen St\u00e4rke und des darob erfolgenden Gl\u00fccksgef\u00fchls d\u00fcrfen nicht wahrgenommen werden, sie sind schlecht.<\/p>\n<p>Viele von uns hatten schon mit Menschen zu tun, deren Verhalten uns vollkommen unverst\u00e4ndlich erscheint.<\/p>\n<p>Beispiel: Ein Freund leidet unter seinem cholerischen Chef. F\u00fcr uns ist die Lage klar: \u201eDu musst dem in deutlichen, aber h\u00f6flichen Worten klarmachen, dass er so mit dir nicht umgehen kann!\u201c Im Folgenden sagt der Freund: \u201eDas kann ich nicht. Das stellst du dir so einfach vor. Du kennst den nicht.\u201c usw. Wir sitzen dann da und verstehen nicht, warum das nicht gehen soll, es ist doch nicht schwierig, dem Chef mal entgegen zu treten.<\/p>\n<p>Es ist f\u00fcr uns nicht schwierig, weil wir diese Verdr\u00e4ngungen, von denen oben die Rede ist, nicht haben. F\u00fcr unseren Freund aber ist es nicht m\u00f6glich, sich zu wehren, weil er an einer neurotischen St\u00f6rung leidet, die ihm unbewusst sagt, dass St\u00e4rke oder sich Durchsetzen schlecht ist.<\/p>\n<p>Zum Schluss: Wie h\u00e4tte sich die Mutter richtig verhalten sollen? Etwa so: Nicht gleich agieren und verurteilen, sondern erst mal fragen, was passiert ist. Dann: \u201eDu wolltest das Auto gerne haben, das versteh&#8216; ich. Aber schau, dein Br\u00fcderchen weint jetzt, das tut ihm weh, m\u00f6chtest du ihn tr\u00f6sten? Was meinst du, wenn du ein bisschen mit dem Auto spielst und dann gibst du es ihm wieder?\u201c<\/p>\n<p>Auf diese Weise h\u00e4tte die Mutter vermieden, dass Schuldgef\u00fchle bleiben oder das Kind um ihre Liebe bangen muss. Das Kind h\u00e4tte nichts verdr\u00e4ngen m\u00fcssen und sie h\u00e4tte ein St\u00fcck Sozialerziehung geleistet.<\/p>\n<p>(wird fortgesetzt)<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Mensch, geschaffen nach Gottes Ebenbild, hat im Lauf der letzten Jahrhunderte drei Kr\u00e4nkungen hinnehmen m\u00fcssen, die sein Selbstverst\u00e4ndnis gewaltig ersch\u00fctterten. Diese Drei sind: Die Aussage Kopernikus&#8216;, dass die Erde um die Sonne kreist und nicht umgekehrt. Darwins Lehre, dass der Mensch von den Tieren abstammt. 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