{"id":1576,"date":"2019-05-21T20:28:47","date_gmt":"2019-05-21T18:28:47","guid":{"rendered":"http:\/\/gpflug.de\/website\/?p=1576"},"modified":"2019-05-21T20:31:02","modified_gmt":"2019-05-21T18:31:02","slug":"und-bist-du-nicht-willig-so-brauch-ich-gewalt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gpflug.de\/website\/2019\/05\/21\/und-bist-du-nicht-willig-so-brauch-ich-gewalt\/","title":{"rendered":"Und bist du nicht willig, so brauch&#8216; ich Gewalt."},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_1578\" aria-describedby=\"caption-attachment-1578\" style=\"width: 225px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1578\" src=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/IMG_20190313_203037-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/IMG_20190313_203037-225x300.jpg 225w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/IMG_20190313_203037-768x1024.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1578\" class=\"wp-caption-text\">oznor<\/figcaption><\/figure>\n<p>Von der Schweizer Psychotherapeutin Ruth Cohn wurde die Themenzentrierte Interaktion (TZI) entwickelt. Ziel ist, dass das Individuum entsprechend seiner inneren und \u00e4u\u00dferen Wahrnehmung optimal mit seiner Umwelt kommunizieren lernt.<\/p>\n<p>Die wichtigste TZI-Regel lautet: \u201eSei dein eigener Leiter.\u201c In der P\u00e4dagogik hei\u00dft das, dass der Mensch nicht durch Regeln von au\u00dfen zu sozialkonformem Verhalten hingetrimmt wird, sondern dass man ihn anleitet, dass er seine Bed\u00fcrfnisse und die der Anderen wahrnimmt, beides in Einklang zueinander setzt und so ein weitgehend konfliktfreies, selbstbestimmtes Leben f\u00fchren kann.<!--more--><\/p>\n<p>Einen \u00e4hnlichen Ansatz hat Carl Rogers, der die Klientenzentrierte Psychotherapie entwickelte. Er lehnte es ab, Diagnosen zu stellen, weil das ein Urteil von einem Menschen \u00fcber einen anderen ist. Vielmehr war er der Meinung, dass jeder im Grunde wei\u00df, was f\u00fcr ihn richtig ist. Durch \u00c4ngste und Neurosen ist aber die Wahrnehmung daf\u00fcr versch\u00fcttet. Aufgabe des Therapeuten ist es, durch Zuh\u00f6ren und Akzeptanz, eine angstfreie Umgebung zu schaffen, in der der Klient es wagen kann, seine \u00c4ngste und Sperren wahrzunehmen und zu neuen Sichtweisen f\u00fcr sich zu kommen.<\/p>\n<p>Diese beiden Lehrgeb\u00e4ude waren mein ganzes Berufsleben als Lehrer und Psychotherapeut mein Credo. Auch die (richtig verstandene) nicht-autorit\u00e4re Erziehung basiert auf dieser Selbstverantwortung. Angefangen hat das alles mit der 68er-Bewegung und den im Zuge dessen entstehenden Kinderl\u00e4den. Autorit\u00e4ten wurden angegriffen. Das Motto lautete: \u201eUnter den Talaren, der Muff von 1000 Jahren.\u201c Allenthalben entwickelten sich politische Bewegungen, zum Beispiel die sogenannten Republikanischen Clubs und letztlich die Gr\u00fcnen. Alles war ziemlich unstrukturiert und chaotisch.<\/p>\n<p>Damals marschierten zum Beispiel die N\u00fcrnberger Stadtindianer, eine Kifferkommune, die die freie Liebe mit Kindern propagierte, in die Gr\u00fcnenparteitage ein, um ihren Zielen Geh\u00f6r zu verschaffen. Und sie wurden geh\u00f6rt!<\/p>\n<p>Das Ziel dieser politischen Str\u00f6mungen war die von Rudi Dutschke ausgegebene Parole vom \u201eMarsch durch die Institutionen\u201c anzutreten, um an die Schalthebel der Macht zu kommen.<\/p>\n<p>Dies scheint, nach nunmehr einem halben Jahrhundert, gelungen zu sein. Aber, was ist daraus geworden?<\/p>\n<p>\u201eB\u00fcrger, es steht zu bef\u00fcrchten, dass die Revolution wie Saturn nach und nach all ihre Kinder verschlingt und am Ende den Despotismus mit allem seinem Unheil gebiert.\u201c, hei\u00dft es in Georg B\u00fcchners Drama \u201eDantons Tod\u201c.<\/p>\n<p>Die, die durch den Marsch durch die Institutionen eine freiere Gesellschaft schaffen wollten, haben die Ideale, f\u00fcr die sie einst standen vergessen. Es ist ihnen gelungen, die Meinungshoheit in Deutschland zu \u00fcbernehmen. Jeder wird wohl in Gespr\u00e4chen mit Anderen schon: \u201eDas wird man doch wohl noch sagen d\u00fcrfen,\u201c geh\u00f6rt haben.<br \/>\n\u201eNein, das wird man eben nicht sagen d\u00fcrfen\u201c \u2013 wenn man nicht pers\u00f6nliche und berufliche Nachteile in Kauf nehmen m\u00f6chte. Es f\u00e4ngt schon an mit der Sprache. In den Zeiten der DDR-Diktatur gab der Staat Sprachregelungen vor und man hatte sich tunlichst daran zu halten. Die Sprache beeinflusst das Denken. Wenn bestimmte Begriffe diskriminiert und andere daf\u00fcr propagiert werden, so wird Sprache zum Herrschaftsinstrument. Gleichzeitig werden g\u00e4ngige Begriffe umgeformt. Das Wort \u201erechts\u201c stand bisher f\u00fcr \u201ekonservativ\u201c. Heute wird es nur noch in Verbindung mit Populismus, radikal, bis hin zu Nazi gebraucht. Gleichzeitig erleben wir auch, wie durch Sprache Sachverhalte verschleiert werden. Durch dieses uns\u00e4gliche B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger, Leser und Leserinnen, er\/sie und ** ist es nicht gelungen, gleichen Lohn f\u00fcr Frauen und die Vereinbarkeit von Kindern und Beruf zu erreichen.<br \/>\nEs ist legitim, f\u00fcr seine (politischen) Ziele zu k\u00e4mpfen. Was wir aber im Moment erleben, ist die Verteufelung und Diskriminierung Andersdenkender.<br \/>\nVerantwortlich sind die, die durch den Marsch durch die Institutionen eine freiere Gesellschaft erreichen wollten. Es geht zunehmend darum, die Eigenverantwortung der B\u00fcrger zu beschneiden und sie an der Hand zu nehmen und zu f\u00fchren. Dabei kommen immer mehr Verbote ins Spiel. Das hei\u00dft aber nicht mehr so, sondern man nennt es \u201eordnungspolitische Ma\u00dfnahmen\u201c (Originalton Gr\u00fcne).<br \/>\nWir hatten in den letzten Monaten in Frankreich die Bewegung der Gelbwesten. Es war die Protestbewegung der Provinz (in Frankreich ist das ein Schimpfwort) gegen die herrschenden Eliten. Ausgangspunkt war die Erh\u00f6hung der Spritpreise durch Macron. Die Provinzler sind aber auf ihr Auto angewiesen, wenn sie von A nach B kommen wollen. Also zwang man die Regierung, die Erh\u00f6hung zur\u00fcck zu nehmen. Das ist Demokratie!<\/p>\n<p>In Deutschland war von der links-gr\u00fcnen Presse nur Negatives zu lesen, weil man panische Angst hat, dass sich in Deutschland \u00c4hnliches entwickelt.<\/p>\n<p>Man muss sich mal auf der Zunge zergehen lassen, dass Millionen Menschen, die sich den als sparsam und umweltfreundlich propagierten Diesel gekauft hatten, einen erheblichen Wertverlust gefallen lassen m\u00fcssen und zunehmend unter Fahrverboten zu leiden haben. Die Firmen werden nicht zu Schadensersatz verpflichtet. Und \u2013 keiner geht auf die Stra\u00dfe!?<\/p>\n<p>Wir, mit unserem 2% Anteil an der Welt-CO2-Produktion retten dieselbe und die Luft und wehe, einer hat Bedenken. Das kann nur ein Nazi sein.<\/p>\n<p>Es war zu allen Zeiten eine Gefahr, in die F\u00e4nge derer zu gelangen, die sich im Besitz der Wahrheit w\u00e4hnten. Der erste Schritt zum Despotismus ist, wenn man behauptet, dass es keine Alternativen g\u00e4be. Die gibt es immer!<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von der Schweizer Psychotherapeutin Ruth Cohn wurde die Themenzentrierte Interaktion (TZI) entwickelt. Ziel ist, dass das Individuum entsprechend seiner inneren und \u00e4u\u00dferen Wahrnehmung optimal mit seiner Umwelt kommunizieren lernt. 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