{"id":1394,"date":"2019-01-22T16:15:42","date_gmt":"2019-01-22T15:15:42","guid":{"rendered":"http:\/\/gpflug.de\/website\/?p=1394"},"modified":"2019-01-22T16:38:24","modified_gmt":"2019-01-22T15:38:24","slug":"junge-junge","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gpflug.de\/website\/2019\/01\/22\/junge-junge\/","title":{"rendered":"Junge, Junge"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-1401\" src=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/T\u00fcrkei2-33-300x193.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"193\" srcset=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/T\u00fcrkei2-33-300x193.jpg 300w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/T\u00fcrkei2-33-768x495.jpg 768w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/T\u00fcrkei2-33-1024x660.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Vor ein paar Wochen zogen vier sogenannte Asylsuchende im Alter zwischen 17 und 19 durch Amberg und verletzten dabei 12 Leute. Die 19-j\u00e4hrige Subwayverk\u00e4uferin Angela Chirtos wurde zur Heldin, weil sie einer Gruppe von ca. acht Jugendlichen \u201eAsyl\u201c gew\u00e4hrte, indem sie hinter den panisch Hereinst\u00fcrmenden die T\u00fcre verschloss.<!--more--><\/p>\n<p>Die Fragen, die f\u00fcr mich in diesem Zusammenhang auftauchen, interessierten in der ganzen Berichterstattung niemanden, ja sie wurden \u00fcberhaupt nicht gestellt. Wie ist es m\u00f6glich, dass vier Jugendliche eine ganze Innenstadt terrorisieren konnten, ohne dass einer auf den Gedanken kam, sich zu wehren? Waren da nur schwache Frauen und alte Greise oder M\u00fctter mit Kindern unterwegs? Sa\u00dfen die M\u00e4nner alle daheim vor dem Fernseher? Waren diese geretteten Jugendlichen nur M\u00e4dchen?<\/p>\n<p>Mit einem Wort, sind die Jungen und M\u00e4nner in diesem Land nur noch Schw\u00e4chlinge und Weicheier?<\/p>\n<p>Die Diskussion \u00fcber die Sozialisation der Jungen wird schon einige Jahre gef\u00fchrt. Wir wissen, dass M\u00e4dchen stetigere und bessere Leistungen in der Schule erbringen, w\u00e4hrend die Jungen viel \u201eUnsinn\u201c im Kopf haben und \u00fcber die Str\u00e4nge schlagen. Woraus besteht dieser Unsinn? Sie raufen und verhalten sich wie die jungen Hunde. Das sollten sie nicht tun, sondern sich ruhig auf dem Pausenhof unterhalten, nicht all zu laut, versteht sich.<\/p>\n<p>Wenn ich meine jungen Katzen beobachte, sehe ich, dass sie herumrennen und spielerisch miteinander k\u00e4mpfen. Sp\u00e4ter werden sie das im Ernstfall brauchen.<\/p>\n<p>Wir haben in den vergangenen Jahrzehnten eine Verschiebung von sogenannten m\u00e4nnlichen hin zu sogenannten weiblichen Werten erlebt. Also von Werten wie Tapferkeit, Mut, Kampfbereitschaft, Ritterlichkeit hin zu Kommunikationsf\u00e4higkeit, miteinander reden, sanftes argumentieren usw.<\/p>\n<p>Dagegen ist nichts einzuwenden, solange sich alle darin einig sind, dass wir so zusammen leben wollen, wenn also ein gesellschaftlicher Konsens besteht. Diese Werte jedoch n\u00fctzen \u00fcberhaupt nichts, wenn Menschen aus Kulturkreisen einwandern, deren Werte noch die vormals auch bei uns geltenden M\u00e4nnerregeln sind.<\/p>\n<p>Ich habe w\u00e4hrend meiner p\u00e4dagogischen Praxis immer wieder erlebt, dass Erzieherinnen w\u00e4hrend der Hort &#8211; und Kindergartenzeit den Jungen ganz mechanisch ein: \u201eH\u00f6rt auf zu raufen\u201c zuriefen. Das passierte, ohne dass sie hinterfragten, ob das jetzt einfach spielerisch oder ernst war. Die M\u00e4dchen spielten w\u00e4hrenddessen \u201ebrav\u201c vor sich hin. Jungen erfuhren also, dass ein f\u00fcr sie ganz nat\u00fcrliches Verhalten stigmatisiert wurde. In der anschlie\u00dfenden Reflexion sagte ich dann immer: \u201eJungen m\u00fcssen raufen, Ihre Aufgabe dabei ist es, ihnen Regeln beizubringen, etwa dass man am Boden Liegende nicht mit F\u00fc\u00dfen tritt.\u201c<\/p>\n<p>Obwohl schon seit Jahrzehnten ein androgynes Menschenbild favorisiert wird, ist es doch so, dass sich M\u00e4nner und Frauen sehr unterscheiden. Ich bin in dem Artikel \u201eAnimus und Anima\u201c vom 27. September 2018 schon ausf\u00fchrlich darauf eingegangen.<\/p>\n<p>Es geht nicht darum, aus Jungen grobschl\u00e4chtige Berserker und aus M\u00e4dchen sanfte Maiden zu machen. Vielmehr m\u00fcssen beide Wertekategorien nebeneinander existieren k\u00f6nnen. Das ist auch f\u00fcr Frauen n\u00fctzlich, denn wie konnte es sein, dass eine Horde moslemischer M\u00e4nner zu Silvester<\/p>\n<p>Hunderte von Frauen auf der Domplatte in K\u00f6ln bel\u00e4stigten, ohne dass deutsche M\u00e4nner eingriffen? Kein Wunder, dass da Verachtung den westlichen Werten gegen\u00fcber bei diesen Leuten aufkommt.<\/p>\n<p>Wenn ich mir vorstelle, was passiert w\u00e4re, wenn ich mich bei Reisen in arabischen L\u00e4ndern despektierlich gegen\u00fcber einer Frau verhalten h\u00e4tte&#8230;<\/p>\n<p>Frauen machen zwar jetzt Selbstverteidigungskurse, das ist aber nicht ungef\u00e4hrlich. Als ich als Jugendlicher Karate trainierte, warnte man uns vor Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung. Gegen einen Kneipenschl\u00e4ger sei schwer anzuk\u00e4mpfen, weil der keine Hemmungen kennt, was bei uns anders ist.<\/p>\n<p>Frauen k\u00f6nnen kein Identifikationsobjekt f\u00fcr Jungen sein und vice versa. Die Crux ist, dass Jungen in vielen F\u00e4llen die ersten sieben bis acht Jahre nur von Frauen erzogen werden. Eine alleinerziehende Mutter schickt ihren Jungen zu einer Erzieherin in den Kindergarten und von da in die Grundschule mit einer Lehrerin. Zwar gibt es m\u00e4nnliche Erzieher. Ich habe in meinen 25 Jahren als P\u00e4dagogiklehrer einige in der Klasse gehabt. Zum \u00fcberwiegenden Teil aber waren sie Softies, die sich im Verhalten nicht sehr von ihren Kolleginnen unterschieden und von den Jungen auch nicht respektiert waren.<\/p>\n<p>Jedoch h\u00f6rte ich immer wieder von Erzieherinnen und Lehrerinnen, dass Jungen ein kooperatives Verhalten an den Tag legten, wenn sie mal mit einem Kollegen zusammen kamen, der ein \u201erichtiger\u201c Mann war.<\/p>\n<p>Um beide Wertesysteme in der P\u00e4dagogik vermitteln zu k\u00f6nnen, m\u00fcssten M\u00e4nner und Frauen im \u201eP\u00e4dagogikbetrieb\u201c ann\u00e4hernd gleichwertig vertreten sein. Daf\u00fcr w\u00e4ren die Kultusbeh\u00f6rden zust\u00e4ndig. Wichtiger aber w\u00e4re, dass trotz weiblicher Wertedominanz das m\u00e4nnliche Moment zumindest nicht so diskriminiert wird, wie es jetzt der Fall ist. Das tut den (zuk\u00fcnftigen) M\u00e4nnern nicht gut \u2013 und den Frauen auch nicht.<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor ein paar Wochen zogen vier sogenannte Asylsuchende im Alter zwischen 17 und 19 durch Amberg und verletzten dabei 12 Leute. Die 19-j\u00e4hrige Subwayverk\u00e4uferin Angela Chirtos wurde zur Heldin, weil sie einer Gruppe von ca. acht Jugendlichen \u201eAsyl\u201c gew\u00e4hrte, indem sie hinter den panisch Hereinst\u00fcrmenden die T\u00fcre verschloss.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"slim_seo":{"title":"Junge, Junge - Yoga Life Gerhard Pflug","description":"Vor ein paar Wochen zogen vier sogenannte Asylsuchende im Alter zwischen 17 und 19 durch Amberg und verletzten dabei 12 Leute. 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