{"id":1289,"date":"2018-10-19T17:15:29","date_gmt":"2018-10-19T15:15:29","guid":{"rendered":"http:\/\/gpflug.de\/website\/?p=1289"},"modified":"2018-10-19T18:41:04","modified_gmt":"2018-10-19T16:41:04","slug":"paedagogik-teil-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gpflug.de\/website\/2018\/10\/19\/paedagogik-teil-4\/","title":{"rendered":"P\u00e4dagogik Teil 4"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-1291\" src=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/PICT1042-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/PICT1042-300x225.jpg 300w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/PICT1042-768x576.jpg 768w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/PICT1042-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Maharadschas sind sagenhaft reich. Das wei\u00df jeder. Sie k\u00f6nnen sich allen Luxus dieser Welt leisten und es kostet sie nur ein m\u00fcdes L\u00e4cheln.<\/p>\n<p>Einer von diesen Potentaten hatte, wie sollte es anders sein, einen sagenhaft ausgestatteten Palast. Marmor, Gold und edle Steine zuhauf. Dieser Mann hatte aber noch eine andere Leidenschaft, n\u00e4mlich die Frauen. Sie waren \u00fcberall im Palast und tanzten in verf\u00fchrerischsten Kleidern oder auch ohne, vor ihm. Seine geheimsten W\u00fcnsche wurden in derselben Minute, da sie gestellt wurden, erf\u00fcllt. Kurzum, f\u00fcr ihn erf\u00fcllte sich der Traum aller M\u00e4nner.<!--more--><\/p>\n<p>Sogar die Decken und W\u00e4nde des Palasts waren mit weiblichen Abbildungen in den gewagtesten Posen geschm\u00fcckt.<\/p>\n<p>Es kam, wie es kommen musste. Die Manneskraft schwand zusehends. Wohin er auch blickte, er war von Br\u00fcsten und Popos umgeben und sie langweilten ihn t\u00f6dlich. Seine Berater griffen tief in das \u00fcberlieferte Wissen zur Heilung seines \u201eLeidens\u201c. Man zerstie\u00df Perlen und l\u00f6ste sie in Wein. Heilkr\u00e4uter wurden verwendet, aber \u2013 wir ahnen es schon, alles blieb vergeblich.<\/p>\n<p>Eines Tages kam ein heiliger Mann, wie sie ja im alten Indien allenthalben herumgelaufen sind, im Palast vorbei und wurde um Rat gefragt. Er sah sich kurz mit scharfem Blick den Herrscher und den Palast an und sagte, eine Heilung sei sehr leicht m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Dazu m\u00fcsse der Maharadscha den Palast aber verlassen und f\u00fcr ein halbes Jahr in den Dschungeln seines Reiches bei Jagd, ausgedehnten Ritten und M\u00e4rschen zu neuer Energie kommen.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich wissen wir, wie die Geschichte endete. Durch die Begrenzung der sinnlichen \u00dcberflutung gewann der Radscha seinen nat\u00fcrlichen Appetit auf das weibliche Geschlecht zur\u00fcck und genoss Letzteres hinfort in weiser Beschr\u00e4nkung.<\/p>\n<p>Wenn ich so durch die L\u00e4den und Stra\u00dfen unseres Landes gehe, sehe ich h\u00e4ufig Kinder, die mich an die geschilderte Geschichte erinnern. Sie rennen schreiend und quiekend herum (ich meine das jetzt wirklich). Die Eltern stehen hilflos l\u00e4chelnd und auch etwas verlegen dabei. Manchmal wird auch versucht, einzugreifen:\u201eKevin komm jetzt sofort her, sonst wird Mami richtig b\u00f6se.\u201c Da aber Kevin nicht dumm ist und schon lange wei\u00df, dass Mami nicht richtig b\u00f6se wird, weil sie sich das gar nicht traut, macht er genau das, was er will.<\/p>\n<p>Stellen wir uns einmal vor, wie die Welt sich f\u00fcr ein kleines Menschlein darstellt. Sie ist riesig. Es kennt nicht die Regeln, nach denen das alles, was es sieht, abl\u00e4uft. Es sieht seine Eltern, die es wohlwollend betrachten und die mehr seine Freunde sein wollen als Erziehungspersonen. Aber sie sind nicht seine Freunde, sie sind seine Eltern und haben die Aufgabe, es entsprechend seiner F\u00e4higkeiten und seiner Kapazit\u00e4t in diese gro\u00dfe, weite Welt hinaus zu f\u00fchren. Deshalb m\u00fcssen sie sie begrenzen, dass sich das Kind nicht verl\u00e4uft in seiner eigenen Grenzenlosigkeit. Dazu geh\u00f6rt auch, dass Eltern ebenfalls konfliktbereit sind und aushalten, dass das Kind mal auf sie b\u00f6se ist. Hier haben wir einen sekund\u00e4ren Lerneffekt, weil das Kind lernt, dass auf Konflikte auch wieder Vers\u00f6hnung folgt und dass das auf den jeweiligen Streitfall beschr\u00e4nkt ist und nicht die ganze Person f\u00fcr immer betrifft.<\/p>\n<p>Idealerweise werden die altersgem\u00e4\u00dfen Grenzen mit dem Kind gemeinsam festgelegt und begr\u00fcndet. Es m\u00fcssen auch Konsequenzen dargestellt werden, die in Zusammenhang mit dem jeweiligen Fall stehen. Es sollte nicht sein, dass das Kind f\u00fcr inad\u00e4quates Verhalten im Supermarkt dadurch bestraft wird, dass es zum Beispiel keinen Nachtisch bekommt. Besser ist es, ihm zu sagen, dass es dann n\u00e4chstes Mal nicht mehr mit darf. Das ist einsehbar.<\/p>\n<p>Das Kind muss erleben, dass Grenzen ver\u00e4nderbar und flexibel sind. Es ist Partner und nicht Gegner der Eltern.<\/p>\n<p>Durch das partnerschaftliche F\u00fchren durch altersgem\u00e4\u00dfe Grenzen lernt der Mensch dann, sich selbst Grenzen zu setzen, um nicht zu einem innerlich halt &#8211; und steuerlosen Maharadscha zu werden.<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Maharadschas sind sagenhaft reich. Das wei\u00df jeder. Sie k\u00f6nnen sich allen Luxus dieser Welt leisten und es kostet sie nur ein m\u00fcdes L\u00e4cheln. 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