{"id":1131,"date":"2018-06-15T13:36:35","date_gmt":"2018-06-15T11:36:35","guid":{"rendered":"http:\/\/gpflug.de\/website\/?p=1131"},"modified":"2018-06-15T13:36:35","modified_gmt":"2018-06-15T11:36:35","slug":"warum-eigentlich-yoga","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gpflug.de\/website\/2018\/06\/15\/warum-eigentlich-yoga\/","title":{"rendered":"Warum eigentlich Yoga?"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_1133\" aria-describedby=\"caption-attachment-1133\" style=\"width: 225px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1133\" src=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/IMG_20180615_100009-1-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/IMG_20180615_100009-1-225x300.jpg 225w, https:\/\/gpflug.de\/website\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/IMG_20180615_100009-1-768x1024.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1133\" class=\"wp-caption-text\">cof<\/figcaption><\/figure>\n<p>Ich habe mich im Lauf der Jahrzehnte, in denen ich mich mit Yoga besch\u00e4ftige, immer wieder mal gefragt, wozu eigentlich?<\/p>\n<p>Man muss sich ja doch einigen Beschr\u00e4nkungen unterwerfen. Aber was sage ich, einige? Es sind eine ganze Menge. Im Grunde muss man seine ganze Lebensf\u00fchrung umkrempeln. Kein Kaffee mehr, kein schwarzer Tee, keine scharfen Gew\u00fcrze, kein Fleisch, ein geregelter Tagesablauf, kein Alkohol. Mancher mag sich bei dieser Liste fragen: \u201eWozu lebe ich denn dann eigentlich?\u201c<!--more--><\/p>\n<p>Das ist eine sehr berechtigte Frage, denn es sind ja Dinge, die das Leben lebenswert machen. Wem gef\u00e4llt es nicht, abends mit Freunden bei einer Flasche Wein zusammen zu sitzen oder in Restaurants nett essen zu gehen? Da wird es schon mal sp\u00e4ter und f\u00fcr die morgendliche Meditation ist es dann recht knapp. Kann man ja auch mal ausfallen lassen, oder?<\/p>\n<p>Warum macht man Yoga? Man will ruhiger werden. Man m\u00f6chte etwas f\u00fcr seinen K\u00f6rper tun. Man m\u00f6chte weniger Stress anf\u00e4llig sein, sich besser konzentrieren oder entspannen k\u00f6nnen. Einige der Aspiranten m\u00f6chten gar das ultimative Ziel, die Erkenntnis der absoluten Realit\u00e4t, erreichen.<\/p>\n<p>Ich kenne eine ganze Reihe Menschen, die nie von Yoga geh\u00f6rt haben und die ich mit Fug und Recht als gute Menschen bezeichnen m\u00f6chte. Sie haben einen positiven Ausblick auf die Welt. Sie sind mitf\u00fchlend ihren Mitmenschen gegen\u00fcber. In ihrer Lebensf\u00fchrung sind sie m\u00e4\u00dfig. Sie trinken ein Glas Wein und genie\u00dfen ihren Sonntagsbraten nach der Kirche. Manchmal werden sie sicher \u00e4rgerlich und auch mal w\u00fctend, aber wer w\u00fcrde das nicht hie und da?<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite sehe ich dann die \u201eYogis\u201c mit dem Anspruch, das Gelbe vom Ei gefunden zu haben und zuweilen doch auch mit einer gewissen Arroganz auf das \u201eeinfache Volk\u201c herabblickend.<\/p>\n<p>Patanjali definiert in seinen Sutren Yoga so: \u201e Citta vrtti nirodhah.\u201c Yoga ist die Unterdr\u00fcckung der Fluktuationen des Denkens. Die Gedanken sollen nicht mehr wie aufgescheuchte Pferde hin und her galoppieren, sondern in ruhigem Fluss auf einen Punkt gerichtet sein. Dann, so hei\u00dft es, erkennt der Mensch sich selbst. Diesen Zustand nennt man Samadhi.<\/p>\n<p>Ich habe in den \u00fcber vierzig Jahren meiner Yogapraxis au\u00dfer meinem Lehrer Dr. Jayadeva Yogendra keinen getroffen, der dieses Ziel erreicht h\u00e4tte, mich selbst eingeschlossen. Jeder, der schon mal versucht hat, sich zwei Minuten auf einen Punkt zu konzentrieren, kann das gut verstehen. Warum also Yoga? Entspannung und Stressreduktion kann man auch anders erreichen und muss nicht seinen ganzen Lebenswandel umkrempeln.<\/p>\n<p>Ich habe sei drei Wochen ein Leiden, das mich nicht schlafen l\u00e4sst. Angefangen hat es damit, dass ich in sehr verkrampfter Haltung auf einer Leiter stand und mit einer schweren Schlagbohrmaschine versuchte, L\u00f6cher in die Hauswand zu bohren, um einen Kabelkanal zu befestigen. Am Tag darauf fing es an. Tags\u00fcber ist alles in Ordnung, aber nachts beginnt es, in den Beinen vom Ges\u00e4\u00df abw\u00e4rts zu ziehen und tut richtig weh. Der Arzt sagt, es ist Ischias. Das kann es aber nicht sein, denn der Ischiasnerv w\u00fcrde sich auch tags\u00fcber bei Bewegung nicht beruhigen. Er verschreibt Schmerztabletten. Nun kann man die nur f\u00fcr eine sehr beschr\u00e4nkte Zeit nehmen wegen der Nebenwirkungen und Heilung bringen sie ja auch nicht. Der Physiotherapeut meint, irgendwas mit den Faszien sei es. Da h\u00e4tte sich was verh\u00e4rtet und der Nerv, welcher auch immer, k\u00f6nne sich nicht frei bewegen und werde auch nicht richtig ern\u00e4hrt, wenn keine Muskelbewegung da ist.<\/p>\n<p>Was also tun?<\/p>\n<p>Asanas ausf\u00fchren, die die R\u00fcckenmuskeln st\u00e4rken und entspannen. Die Bandscheiben entlasten und ihre Versorgung mit N\u00e4hrstoffen f\u00f6rdern. Die hintere Beinmuskulatur dehnen. Entspannung in die Beckenregion bringen. Die Biegsamkeit der Wirbels\u00e4ule durch Dehnung und Drehung f\u00f6rdern, um die zwischen den Wirbeln austretenden Nerven, die vielleicht belastet sind, zu entlasten.<\/p>\n<p>Da bei dem ganzen Krankheitsbild auch Hitzeerscheinungen auftreten, mehr auf sattvische Ern\u00e4hrung achten. Das bedeutet, weniger \u201ehei\u00dfmachende\u201c Speisen zu sich nehmen. Auf der philosophisch &#8211; psychologischen Ebene sich fragen, was einem das Ganze zu sagen hat? Hier kommt auch die Frage des Annehmens dazu. Die Antworten mit dem Gesamtkontext des eigenen Daseins in Verbindung bringen.<\/p>\n<p>Ich habe wieder einmal ganz deutlich erfahren, dass Yoga ein einmaliges System ist, welches alle Aspekte des menschlichen Daseins abdeckt. Nach vierzig Jahren kann ich mich darin sicher bewegen und es nutzen, obwohl ich nicht erleuchtet bin. Aber es bietet eine Heimat, die mich aufnimmt, wenn es erforderlich ist.<\/p>\n<p>Wo f\u00e4nde ich das sonst? Um noch einmal auf die lieben Menschen zu kommen, von denen ich oben sprach: Bekommen sie Antworten f\u00fcr ihre k\u00f6rperlichen Gebrechen und erkennen sie den Zusammenhang mit der Ern\u00e4hrung und die Sinnhaftigkeit eines Geschehens? Ich zweifle daran.<\/p>\n<p>Man muss Yoga nicht verwerfen, wenn man Samadhi nicht erreicht. In diesem System ist Platz f\u00fcr alle Stufen der individuellen Entwicklung.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich wird man sich auch nicht vom Christentum abwenden, wenn man die Aussagen der Bergpredigt nicht verwirklichen kann.<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich habe mich im Lauf der Jahrzehnte, in denen ich mich mit Yoga besch\u00e4ftige, immer wieder mal gefragt, wozu eigentlich? Man muss sich ja doch einigen Beschr\u00e4nkungen unterwerfen. Aber was sage ich, einige? Es sind eine ganze Menge. Im Grunde muss man seine ganze Lebensf\u00fchrung umkrempeln. 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