Achtung Weltenretter!

oznor

Es wird wieder einmal viel über die Rettung der Welt geredet. Um es gleich am Anfang zu sagen: „Die Welt bedarf dieser Rettung nicht.“ Sie wird in jedem Fall weiter existieren, wenn auch die Form außerhalb unserer Vorstellung liegt.

Präziser wäre die Formulierung, dass die Menschen mit der ihnen vertrauten Umwelt gerettet werden sollen. Die Frage ist, ob das realistisch und wünschenswert wäre. Die Weltbevölkerungsuhr zeigt gerade eine Gesamtpopulation von 7 749 848 089 Menschen an, mit einem Zuwachs von 193 220 heute. Wenn dieser Artikel fertig ist, stimmen die Zahlen schon nicht mehr. „Achtung Weltenretter!“ weiterlesen

Das Netz

mde

Vor einigen Tagen hatte ich nachts einen Traum. Ich sah einen Raum, der sich ins Unendliche erstreckte. Er hatte eine tiefblaue ins schwärzlich gehende Farbe. Durch diesen grenzenlosen Raum zog sich ein silbrig-weißes Gitternetz, das an seinen Kreuzungen mit funkelnden größeren und kleineren Knoten oder Punkten verbunden war. Es waren Myriaden dieser Lichtpunkte. Es ähnelte einer großen Stadt, über die man nachts mit dem Flugzeug fliegt. Das ganze Netz war in diesem fluoreszierenden Blau-Schwarz in einer ständigen vibrierenden Bewegung. Wenn sich irgendwo in dieser Unendlichkeit einer der unterschiedlich großen Knoten regte, so teilte sich dies in mehr oder weniger starken Vibrationen dem ganzen Netz mit. „Das Netz“ weiterlesen

Ein Hauch von Ewigkeit

oznorMO

Im Glanz der Herbstsonne tanzen die Mücken. Die Amsel keckert ihren Warnruf.

Die Buchen beginnen, sich langsam golden zu färben. Es liegt ein letzter Hauch von Sommer in der seidigen Luft.

Der Tau glänzt in smaragdenen Tröpfchen auf dem Gras und reflektiert das Licht in allen Farben. „Ein Hauch von Ewigkeit“ weiterlesen

Bakterien und andere Heilige

Stellen wir uns ein Bakterium im Magen-Darmtrakt vor und interviewen wir es über seine Ansichten über die Welt. Was mögen da für Antworten herauskommen? Ein Bacteroides-Bakterium wird begeistert von seiner Arbeit des Aufspaltens von Kohlehydraten erzählen. Bakterien der Gattung Prevotella würden sich enthusiastisch über die vegetarischen Aspekte ihrer Tätigkeit auslassen. Dem Interviewer würde das ganze Gespräch nach kurzer Zeit recht eintönig vorkommen, weil einfach kein Austausch über kulinarische Highlights zustande käme, sondern nur über Glukoseketten rauf und runter.

Schließlich würden sich die Gesprächspartner höflich aber frustriert trennen. „Nie wieder mit dem!“ „Bakterien und andere Heilige“ weiterlesen

Von Fahrrädern und Vorgärtnern

Am Anfang des Achtfachen Pfads des Yoga stehen die Yamas. Sie bilden die ethische Grundlage. Ohne sie wäre Yoga eine Art der Körperertüchtigung unter anderen. Das wichtigste der Yamas ist Ahimsa, das bedeutet Abwesenheit von Gewalt. Die folgenden vier Yamas sind Satya (Wahrhaftigkeit), Asteya (etwas zu nehmen, was einem nicht gehört), Brahmacarya (Zügelung ausschweifenden Verhaltens) und Aparigraha (Fehlen von Habsucht).

Selbst wenn man meint, immer die Wahrheit sagen zu müssen, ist das zu unterlassen, wenn es Andere verletzt. Besser ist es in so einem Fall, zu schweigen. Es gibt viele Arten der Gewaltausübung. Manche kleiden sich in das Mäntelchen der Fürsorge. Manche dienen dazu, sich über Andere zu stellen, auch wenn man vorgibt, ihnen helfen zu wollen: „Was bin ich doch für ein guter, hilfsbereiter Mensch. Ich sorge mich um Menschen, Tiere und Umwelt.“ „Von Fahrrädern und Vorgärtnern“ weiterlesen