The long and winding road……

… hieß ein Song der Beatles, ich glaube er war auf der LP Rubbersoul. Paul McCartney beklagt sich darin bei seiner Geliebten, dass er nach langen Wegen immer wieder an ihrer Türe steht und sie – lässt ihn stehen.

Auch unser Leben ist eine gewundene Straße. Wir gehen selten die Direttissima. Aber sind das dann Umwege, die wir gehen? Gibt es eigentlich Umwege oder sind das alles notwendige Pfade, die wir gehen müssen? „The long and winding road……“ weiterlesen

Das Netz

mde

Vor einigen Tagen hatte ich nachts einen Traum. Ich sah einen Raum, der sich ins Unendliche erstreckte. Er hatte eine tiefblaue ins schwärzlich gehende Farbe. Durch diesen grenzenlosen Raum zog sich ein silbrig-weißes Gitternetz, das an seinen Kreuzungen mit funkelnden größeren und kleineren Knoten oder Punkten verbunden war. Es waren Myriaden dieser Lichtpunkte. Es ähnelte einer großen Stadt, über die man nachts mit dem Flugzeug fliegt. Das ganze Netz war in diesem fluoreszierenden Blau-Schwarz in einer ständigen vibrierenden Bewegung. Wenn sich irgendwo in dieser Unendlichkeit einer der unterschiedlich großen Knoten regte, so teilte sich dies in mehr oder weniger starken Vibrationen dem ganzen Netz mit. „Das Netz“ weiterlesen

Bakterien und andere Heilige

Stellen wir uns ein Bakterium im Magen-Darmtrakt vor und interviewen wir es über seine Ansichten über die Welt. Was mögen da für Antworten herauskommen? Ein Bacteroides-Bakterium wird begeistert von seiner Arbeit des Aufspaltens von Kohlehydraten erzählen. Bakterien der Gattung Prevotella würden sich enthusiastisch über die vegetarischen Aspekte ihrer Tätigkeit auslassen. Dem Interviewer würde das ganze Gespräch nach kurzer Zeit recht eintönig vorkommen, weil einfach kein Austausch über kulinarische Highlights zustande käme, sondern nur über Glukoseketten rauf und runter.

Schließlich würden sich die Gesprächspartner höflich aber frustriert trennen. „Nie wieder mit dem!“ „Bakterien und andere Heilige“ weiterlesen

Die große Show

oznor

Im Winter 1258 stürmten die Mongolen unter Hülegü, dem Bruder des Großkhans Mönke, die Stadt Bagdad und schlachteten 200 000 Menschen ab. Die Pyramiden aus Schädeln, die sie errichteten, waren „höher … als alle Minarette und Türme der großartigen Stadt jemals gewesen waren“. „Die große Show“ weiterlesen

Märtyrer

Digital StillCamera

Vor einigen Jahren kam ein Film im Fernsehen in dem es um die Deportation der Juden ins KZ ging. Mir ist eine Szene in Erinnerung geblieben in der ein SS-Mann einen der Häftlinge, die in einer langen Reihe verängstigt vor ihm standen, heraustreten ließ. Aus irgendeinem Grund, den ich jetzt nicht mehr weiß, hatte er ihn als Juden erkannt.

Der Offizier in seiner martialischen Uniform, dem verängstigt dastehenden Häftling in seiner satten Selbstzufriedenheit turmhoch überlegen, legt es darauf an, den Unglücklichen zu demütigen. Er befiehlt ihm, seinem Glauben abzuschwören. Der Häftling weigert sich und in einer nachfolgenden Prügelorgie mit immer der gleichen Aufforderung, stirbt dieser. „Märtyrer“ weiterlesen