Minzi

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Bestimmt 10-12 Jahre lang hatten wir eine Katze. Sie hieß Minzi. Sie war keine aufgebrezelte Persianerin. Sie war eine einfache Dorfkatze, die ihre Pflicht tat, das heißt, sie schenkte Jahr für Jahr einem Wurf junger Kätzchen das Leben und säugte sie geduldig. „Minzi“ weiterlesen

Scheißwetter

Heute regnet es. Es regnet nicht nur, nein, es schüttet. Die Schleusen des Himmels sind voll geöffnet. Petrus steht an der Himmelspforte und hat den Regenschirm aufgespannt. Gabriel ist zu Thor gegangen und hat gefragt: „Leihst du mir mal deinen Hammer, kriegst ihn auch wieder.“ „Scheißwetter“ weiterlesen

Denn das Denken…..2

Hier also die Fortsetzung des Artikels: „Denn das Denken…“

Wir haben schon öfter über die drei Gunas: Rajas, Tamas und Sattva gesprochen. ( Siehe: „Es liegen drei glänzende Kugeln“ – Blockartikel vom 5.8.2017.) Wer das Folgende verstehen möchte, sollte vorher diesen Text lesen.

Wenn wir uns die im letzten Artikel aufgeführten Geisteszustände ansehen, dürfen wir diese nicht mit den sich immer neu gruppierenden Gunas verwechseln.

Nehmen wir als Beispiel „Mudha = deprimiert, unklar“. Das sind Menschen, die missmutig, miesepetrig und negativ erscheinen. Sie ziehen uns, wie man so sagt, runter. Ihre Lebensperspektive ist unklar, verschwommen und nicht von höheren Zielen geprägt. Nun ist es so, dass an manchen Tagen zum Beispiel das Tamasguna dominiert. Dann fühlen wir uns nicht sehr dynamisch und energetisch. Das ist aber ein vorübergehender Zustand, denn ein Gedanke kann uns in einen Rajas – oder Sattvazustand führen.

Ein Mensch, dessen Grundtendenz Mudha ist, wird in allen drei Gunazuständen entsprechend seiner Grundtendenz fühlen und handeln.

Menschen mit einem Ksiptadenken hören zum Beispiel, dass Meditation zu innerer Ruhe und Konzentration führt und nehmen sich vor, einen Kurs zu besuchen, aber am nächsten Tag ist dieses Vorhaben schon vergessen, weil sie inzwischen wieder ganz woanders sind. Vielleicht fasziniert sie mittlerweile Samba. Sie hoppeln gerne mal hier, mal dorthin. Etwas Richtiges entstehen kann auf diese Weise schwerlich.

Viksipta heißt, dass dieser Mensch eine Richtung in seinem Leben eingeschlagen hat und diese auch mit Abweichungen einhält. Ich zum Beispiel habe mich vor ca. vierzig Jahren dafür entschieden, Yoga in mein Leben aufzunehmen und bin dabei geblieben. Mal war die Beschäftigung damit intensiv, mal weniger intensiv. Ähnlich mag es mit dem Spielen eines Musikinstruments sein. Es gibt Multiinstrumentalisten, die so begabt sind, dass sie mühelos mehrere Instrumente spielen, aber in der Regel ist es besser, sich auf eines zu konzentrieren und da in die Tiefe zu gehen.

Man wird auf dieser Geistesebene auch in der Lage sein, eine halbe Stunde zu meditieren und sich halbwegs zu konzentrieren.

Die beiden höchsten Stufen Ekagrata und Nirodha kann man sich am besten als ein stetes Tröpfeln eines Wasserhahns vorstellen. Je weiter es in Richtung Nirodha geht, in desto schnellerer Folge tropft es und geht schließlich in einen steten Strom Wassers über.

Wenn Sie, lieber Leser, diesen Artikel lesen, werden Sie wahrscheinlich eher auf der Viksipta – Ebene oder vielleicht auch noch auf der Ksipta – Ebene angesiedelt sein. Ihr Bedürfnis ist es, mehr Ruhe und größere Stetigkeit oder auch mehr innere Unabhängigkeit vor äußeren Einflüssen in Ihr Leben hineinzubringen.

Am besten könnte das gelingen, wenn Sie konsequent den Weg des Achtfachen Pfades des Yoga einschlagen würden. Nun wissen wir alle, dass Konsequenz in der Regel nicht zu den Stärken der meisten Menschen gehört. Deswegen ist es schon gut, wenn wir uns ein gewisses Mittelmaß in allen Dingen angewöhnen.

Ich bin ein Gegner von Fanatismus. Das hat immer mit Kampf zu tun, was wiederum zu Stress führt, weil dieser Kampf sich innerhalb des eigenen Denkens abspielt.

Wir sollten uns immer wieder folgende Fragen stellen:

1. Was ist mir wichtig?

2. Was will ich mit meinem Leben machen?

3. Nutze ich die Zeit, die ich habe so, dass mich das, was ich damit anfange, weiter bringt?

Da mögen dann Antworten auftauchen wie: „Habe ich etwas davon, wenn ich mich bei den täglichen Nachrichten im Fernsehen aufrege, zumal ich sowieso nichts ändern kann? Bringt mich Widerstand oder Verzeihen in gute Laune? Was sind die Zeitfresser in meinem Leben – und lohnt sich der Aufwand dafür? Was, wenn ich morgen sterben würde? Könnte ich sagen, dass es sinnvoll war, was ich gemacht habe? Usw…

Durch dieses immer wiederkehrende Hinterfragen des eigenen Tuns, verbunden mit sinnvollem Lesen und Kontakten, die nicht runter ziehen, entwickelt sich langsam so eine Art philosophischer Background, der stets stabiler wird. Wir merken immer deutlicher, was uns gut tut und was nicht. Natürlich gibt es Ausrutscher. Aber wir kehren wieder zu dem, was wir für gut erkannt haben, zurück.

So halten wir uns immer mehr auf der Viksipta – Ebene auf, die dann langsam ins Ekagrata münden kann.

Diese Entwicklungsprozesse sind Lebensaufgaben und finden nicht von heute auf morgen statt.

Weltentanz

Das, was wir um uns wahrnehmen, nennen wir im Sanskrit Prakrti oder auch Materie. Sie ist das, was wir als Schöpfung erleben.

Sie ist in ständiger Bewegung, in immerwährendem Werden und Vergehen. In der indischen Mythologie ist dies sehr schön dargestellt in der Gestalt des Shiva Nataraja, des tanzenden Shiva. Er repäsentiert den göttlichen Aspekt des Vergehens und Neuentstehens. Als Nataraja durchtanzt er die Schöpfung, zerstört und erschafft fortwährend neu und bleibt selbst, ein ewiges Lächeln auf den Lippen, unberührt davon. Er symbolisiert den Geist (Purusha), ewig, in sich selbst ruhend. Seine weibliche, tanzende Seite, Shakti, ist vergleichbar mit Prakrti. Sie ist in immerwährender Bewegung, dem Tanz des Erschaffens und Sterbens. In diesem Bild ergänzen sich das männliche und weibliche Moment. „Weltentanz“ weiterlesen

In der Mitte bleiben

Auf seinem Weg zur Erleuchtung durchschritt der Buddha auch eine Phase der strengsten Askese. Nachdem er einige Jahre in den Wäldern verbracht hatte und sein Körper dem Tode nahe war, entschied er, dass dies nicht der Weg zur Erkenntnis sei und erkannte, dass es der Weg der Mitte ist, der eingeschlagen werden muss. „In der Mitte bleiben“ weiterlesen