Ein Hauch von Ewigkeit

oznorMO

Im Glanz der Herbstsonne tanzen die Mücken. Die Amsel keckert ihren Warnruf.

Die Buchen beginnen, sich langsam golden zu färben. Es liegt ein letzter Hauch von Sommer in der seidigen Luft.

Der Tau glänzt in smaragdenen Tröpfchen auf dem Gras und reflektiert das Licht in allen Farben. „Ein Hauch von Ewigkeit“ weiterlesen

Bakterien und andere Heilige

Stellen wir uns ein Bakterium im Magen-Darmtrakt vor und interviewen wir es über seine Ansichten über die Welt. Was mögen da für Antworten herauskommen? Ein Bacteroides-Bakterium wird begeistert von seiner Arbeit des Aufspaltens von Kohlehydraten erzählen. Bakterien der Gattung Prevotella würden sich enthusiastisch über die vegetarischen Aspekte ihrer Tätigkeit auslassen. Dem Interviewer würde das ganze Gespräch nach kurzer Zeit recht eintönig vorkommen, weil einfach kein Austausch über kulinarische Highlights zustande käme, sondern nur über Glukoseketten rauf und runter.

Schließlich würden sich die Gesprächspartner höflich aber frustriert trennen. „Nie wieder mit dem!“ „Bakterien und andere Heilige“ weiterlesen

Von Fahrrädern und Vorgärtnern

Am Anfang des Achtfachen Pfads des Yoga stehen die Yamas. Sie bilden die ethische Grundlage. Ohne sie wäre Yoga eine Art der Körperertüchtigung unter anderen. Das wichtigste der Yamas ist Ahimsa, das bedeutet Abwesenheit von Gewalt. Die folgenden vier Yamas sind Satya (Wahrhaftigkeit), Asteya (etwas zu nehmen, was einem nicht gehört), Brahmacarya (Zügelung ausschweifenden Verhaltens) und Aparigraha (Fehlen von Habsucht).

Selbst wenn man meint, immer die Wahrheit sagen zu müssen, ist das zu unterlassen, wenn es Andere verletzt. Besser ist es in so einem Fall, zu schweigen. Es gibt viele Arten der Gewaltausübung. Manche kleiden sich in das Mäntelchen der Fürsorge. Manche dienen dazu, sich über Andere zu stellen, auch wenn man vorgibt, ihnen helfen zu wollen: „Was bin ich doch für ein guter, hilfsbereiter Mensch. Ich sorge mich um Menschen, Tiere und Umwelt.“ „Von Fahrrädern und Vorgärtnern“ weiterlesen

Kamele und Nadelöhre

„Leichter kommt ein Kamel durch ein Nadelöhr als dass ein Reicher ins Himmelreich kommt.“ So sprach Jesus zu seinen Jüngern. „Gib all dein Hab und Gut hinweg, auf dass du bereit seist für die spirituelle Erfahrung der absoluten Freiheit des Nichtanhaftens an materiellen Gütern.“

Loslassen, das große Zauberwort aller geistigen und esoterischen Schulen, ist der Weg zur Erleuchtung.

Bisher lag das Beschreiten dieses Weges in der Verantwortung des Einzelnen. Schon im alten Indien war der vierte Schritt des klassischen brahmanischen Lebenslaufs das endgültige Verlassen von Weib und Kind, von Haus und Hof, um hinfort ohne Besitz auf Wanderschaft zu gehen. „Kamele und Nadelöhre“ weiterlesen

Immer ich!

Wir beobachten Menschen, die viel leiden müssen, die ein ständiges ”Warum ich?” mit sich herum tragen. Anderen scheint alles zu gelingen. Sie sind sozusagen auf der sonnigen Seite des Lebens. Wenn ich das Karmagesetz auf dieses Problem anwende, dann erscheint mir die Aussage aus Sutra 14 im zweiten Kapitel der Yogasutren logisch, dass gute Handlungen angenehmere Erfahrungen produzieren als schlechte Handlungen. Diese Aussage deckt sich mit meiner täglichen Erfahrung. Wenn ich jemandem etwas Gutes tue, fühle ich mich besser und ich bekomme von ihm eine positivere Resonanz, als wenn ich ihn ärgere. Ich denke, dass wir Menschen ein sehr feines Gefühl für gut oder schlecht haben. Wir brauchen nur darauf hören. „Immer ich!“ weiterlesen