Achtung Weltenretter!

oznor

Es wird wieder einmal viel über die Rettung der Welt geredet. Um es gleich am Anfang zu sagen: „Die Welt bedarf dieser Rettung nicht.“ Sie wird in jedem Fall weiter existieren, wenn auch die Form außerhalb unserer Vorstellung liegt.

Präziser wäre die Formulierung, dass die Menschen mit der ihnen vertrauten Umwelt gerettet werden sollen. Die Frage ist, ob das realistisch und wünschenswert wäre. Die Weltbevölkerungsuhr zeigt gerade eine Gesamtpopulation von 7 749 848 089 Menschen an, mit einem Zuwachs von 193 220 heute. Wenn dieser Artikel fertig ist, stimmen die Zahlen schon nicht mehr.

Für 2100 ist eine Weltbevölkerung von 11 185 333 718 prognostiziert. Es liegt nicht in unserem Ermessen, dies zu steuern. Vielfältige soziale Komponenten wie Tradition, soziale Vorsorge, etwa durch die Zeugung vieler Kinder usw. und der menschliche Paarungstrieb stehen dem entgegen.

Im Moment wird durch eine psychisch kranke Jugendliche, die von der schwedischen Kirche auf die gleiche Stufe wie Jesus gestellt wird, eine Spaltung der Gesellschaft angezettelt, die letzterer nicht gut tut.

1967 warnte der Philosoph Jürgen Habermas vor einem linken Faschismus der damaligen APO (Außerparlamentarische Opposition). Die zentrale Definition von Faschismus lautet: „Unbedingte Überzeugung von der Richtigkeit des eigenen Weges und die Bereitschaft, die eigenen Überzeugungen notfalls mit Gewalt durchzusetzen, unter Eliminierung Andersdenkender.“

Gegenwärtig haben wir die Situation, dass die Skepsis gegenüber multikulturellen Gesellschaftsformen im Verbund mit Zweifeln an der sog. Energiewende ausreicht, um diskriminiert zu werden. Befragungen haben ergeben, dass über 80% der Deutschen Bedenken haben, ihre Meinung zu äußern. Das nach ca. 75 Jahren Nachkriegsdemokratie!

Die Protagonisten der Friday for Future Bewegung äußern mittlerweile ziemlich deutlich, dass demokratische Prozesse wohl nicht ausreichen würden, um die Welt zu retten.

Die Entwicklung geht dahin, wo Fanatiker schon immer waren, nämlich hin zu autoritären Strukturen. Die Führung übernehmen selbstverständlich die, die sich im Besitz der Wahrheit wähnen.

Vor 30 Jahren ist der großangelegte Versuch mit Dirigismus von oben kläglich gescheitert. Man nannte das Kommunismus.

Wie immer wird sich eine nicht minder radikale Gegenbewegung bilden.

Lassen wir es an dieser Stelle bei dieser Kurzanalyse und beschäftigen uns mit einem Gegenentwurf.

Wir beschäftigen uns hier mit Yoga. Die Aussage von Yoga ist sehr einfach: „Reduziere deine Bedürfnisse. Sei achtsam bei dem, was du tust. Habe Respekt vor der Natur. Sei gewaltlos und vor allem, denke ein bisschen nach.“

Die folgenden ganz einfachen Vorschläge sind millionenfach zu multiplizieren, dann sieht man auf Anhieb, was sie bewirken könnten.

Verzichte auf Convenient Food und koche selbst. Es gibt Pastasoßen, Instant-Pilzsoßen usw. Das alles lässt sich in wenigen Minuten mit ein paar Zwiebeln, Knoblauch und Tomaten herstellen. Rechnen wir für eine Packung Knorr-Pilzsoße 5g und multiplizieren das mit 50 Mill. Haushalten, so erhalten wir 250 000 kg. an Alu-oder Plastikverpackung, die wir sparen würden, wenn wir uns aus Mehlschwitze, Zwiebeln, Salz und einigen Pilzen selbst etwas kochen.

Diese Zahl gilt nur für einen Tag!

Es kämen Millionen Tonnen Kunststoffersparnis zusammen, wenn wir auf coffee to go, auf Milch- und Joghurtdrinks, auf „Feines Gemüse mit Reis“ usw. verzichten würden. Das gleiche gilt natürlich für all diese crispy-crunchy-lecker-leichten Fitness-Bauch-Beine-Po-Milchprodukte. Ein in Butterbrotpapier eingepacktes Vollkornbrot und ein Apfel täten es auch.

Duschgel braucht Plastikflaschen. Seife ist nach wie vor in Papier eingewickelt. Um die Seife unter der Dusche abzuwaschen ist nur ein Bruchteil des Wassers nötig im Vergleich zum Gel. Ausprobieren!

Millionen Hektoliter Wasser ließen sich sparen und man bräuchte den Menschen hierzulande nicht auf die Nerven zu gehen, wenn einige Wochen lang die Sonne scheint. Nicht vergessen, wir leben in Nordeuropa.

Ignoriert die ganzen Black Fridays und Cyber Mondays und die Schnäppchenangebote. Man kauft sich dann neue Klamotten, wenn man welche braucht. Vor allem die junge Generation ist auf die billige Wegwerfkleidung aus Kunststoff abonniert.

Die Neue Züricher Zeitung führte neulich in einem Artikel aus, dass die Textilindustrie der größte Klimaverschmutzer ist. Verzichtet auf eure Markensneakers von Nike und Adidas. Usw., usw. …

Vielleicht merkt jetzt der eine oder die andere, dass das Hergeben von solch leicht genossenen Dingen schwer fällt.

Man bräuchte nicht unbedingt die Freitagdemos, wenn man bereit wäre, bewusster zu leben.

Allein der Begriff „Shopping“ ist pervers. Man kauft dann ein, wenn man etwas braucht und nicht, um psychische Leere zu übertünchen.

Da diese wenigen Vorschläge, die recht altbacken und überhaupt nicht hip sind, wahrscheinlich nicht akzeptiert werden, werden wir unter schwarzen Wolken von Pessimismus dem Untergang entgegeneilen.

Übrigens: Die ganze schicke Wegwerfkleidung von H&M und Co. kommt mit dem Flugzeug zu uns!

Noch etwas: Um Yogaübungen zu machen, braucht man keine Yogamatte oder einen Yogadress. Der Wohnzimmerteppich und eine normale Hose mit Pullover tun es auch.

Containerschiffe, Öltanker, Kreuzfahrtschiffe und Frachter laufen mit billigstem, schwerem Dieselöl – dem giftigsten Treibstoff, der überhaupt erhältlich ist. Allein die fünfzehn größten Schiffe der Welt stoßen pro Jahr so viele Schadstoffe aus wie 750 Millionen Autos – errechnete der Naturschutzbund Deutschland in einer Studie. Die Weltflotte von rund 90000 Schiffen verbrennt etwa 370 Millionen Tonnen Treibstoff pro Jahr und pustet 20 Millionen Tonnen Schwefeloxid in die Luft.

Weltweit gibt es rund 6.500 Passagierschiffe, davon sind etwa 300 Kreuzfahrtschiffe. Stand: 24.03.2019

Wie wäre es mit zusätzlichen Demos gegen die Containerschifffahrt? Es könnte aber sein, dass dann die neuen Samsung-Handys ein paar Wochen länger zu uns bräuchten wegen dem gemächlichen Gang der Kamelkarawanen durch die Wüste Gobi.

Allerdings ist es wesentlich leichter gegen publikumsabhängige Kreuzfahrtreedereien zu protestieren als gegen Containerriesen wie Maersk, Cosco oder China Shipping. Denen geht das am Heck vorbei.

Ich finde es einfach unverhältnismäßig und schäbig, wenn man zwei Leutchen, die mal eine Seefahrt machen wollen, den Urlaub vermiest.