Schmankerln aus der Welt des Geistes

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Es hilft alles nichts, aber manchmal reizen die Weltereignisse einfach zum Schmunzeln. Heute warf die Neue Züricher Zeitung die Frage auf, warum die „Säulenheilige der Klimajugend“ aus einem reichen Land kommt und nicht aus Bangladesch. Klar, die Bangladeschis haben wahrscheinlich andere Sorgen: sich am Leben zu halten, zum Beispiel.

Als ich vor Jahren einmal in einem Hotel in Dhaka übernachtete, hatte ich Schwierigkeiten, Dollars zu wechseln, man war das nicht gewöhnt. Soweit zum Lebensstandard des Landes. Von den Lohnnäherinnen und Schustern, die die angesagten Nikes und Adidas und H&M-Styles fertigen, hat man mittlerweile schon genug gehört.

Also Freunde, in Zukunft mit Selbstgestricktem und vegetarischen Lederschuhen aus dem Hause Bad Wörishofen auf die Demos und keinen Müll hinterlassen!

Der ganze Hype um das Klima wird von einer relativ überschaubaren Szene aus sehr wohlhabenden Ländern am Kochen gehalten. Ich habe einmal eine Friday- Demo miterlebt. Die Stimmung war großartig. Alle freuten sich, dabei zu sein. Die meisten waren sehr gut durchgestylt, von den Sneakers bis zu den hippen Klamotten. Alle natürlich aus Kunststoff. Selbst gehäkelte Pullover waren nicht zu sehen. Haufenweise waren Konglomerate aus Kunststoff, Metallen und seltenen Erden im Einsatz, gemeinhin Handys genannt.

An die Kongolesen, die das alles aus der Erde buddeln, dachte keiner. Wozu sollte man sich die Stimmung verderben lassen?

Greta ist ja gerade in Amerika und die Chilenen führen nun die Weltklimakonferenz doch nicht durch, weil ihnen die Erhöhung der Nahverkehrspreise mehr am Herzen liegt. Jetzt ist natürlich guter Rat teuer. Im November über den Nordatlantik zu segeln ist schon Hardcore. Ich glaube kaum, dass sich da jemand breit schlagen lässt.

Ich habe ein bisschen die möglichen Routen studiert, die zur Verfügung stünden und bin zu dem Schluss gekommen, dass die Route über die Inselkette der Aleuten zur Halbinsel Kamtschatka die eleganteste wäre, um wieder eurasisches Festland zu erreichen. Die Distanzen zwischen den einzelnen Inseln könnten von Einheimischen mit Kajaks bewältigt werden. Anschließend böte sich die Weiterfahrt mit dem Hundeschlitten an. Alternativ böte sich eine Segeltour über die Beringstraße an, mit Zwischenstation auf der Diomedesinsel. Weiter ginge es dann mit einem der russischen Atomeisbrecher (für Greta jedoch problematisch), die die nördlichen sibirischen Gebiete versorgen.

Die spanische Umweltministerin bot schon ihre Hilfe an, musste aber zugeben, dass sie auch keine Lösung parat habe.

In den letzten Jahren wird es ja immer erst so gegen Ende Januar kalt und schneereich. In Österreich und in der Schweiz aber schon eher. Da die deutschen Weltenretter bislang noch keine realisierbaren Vorschläge für Zufahrten zu dem bis 2027 fertiggestellten Brennerbasistunnel präsentierten (man will damit den Schwerlastverkehr auf die Schiene bringen – frühestens 2038 sei man so weit, sagt die DB), könnten die Österreicher wieder sauer werden und Blockabfertigung am Brenner betreiben.

Dann, ihr gut verdienenden Freunde mit den Teslas und anderen E-Autos kann’s frostig werden im Cockpit und auf den hinteren Sitzen – im Stau nämlich und wenn die Heizung aufgedreht werden muss. Ihr wisst ja, dass Batterien bei Frost nicht so lange halten – von wegen 500 km sind heute schon möglich.

Aber für den klimabewussten Nachwuchs wäre das eine interessante Erfahrung. Ich empfehle als literarische Vorbereitung die Lektüre von Peter Roseggers „Als ich noch der Waldbauernbub war“. Der lief jeden Tag zwei Stunden durch knietiefen Schnee zu Schule.

„Papa, vielleicht wäre es nicht doch besser, den Mercedes zu nehmen?“

Man hat jetzt zum Ende der Reisehauptsaison festgestellt, dass es Rekordzahlen an den Flughäfen gab und zwar just zu Beginn der Schulferien und dann noch einmal pünktlich zu Beginn der Herbstferien.

Es demonstriert sich trefflich, wenn man keinerlei persönliche Konsequenzen zu befürchten hat und nie Mangel kennenlernte und es ist eine beispiellose Unverfrorenheit von Greta Thunberg, von einer verpfuschten Kindheit zu sprechen, die die Altvorderen zu verantworten hätten.

Jeder Jugendliche in den weniger privilegierten Teilen der Welt könnte sich verspottet vorkommen.

Noch eine Info zum Schluss – zitiert aus „Tichys Einblicke“ vom 4.1.2018. Bei den Berufen der grünen Bundestagsfraktion, die ja über so naturwissenschaftliche Themen wie Energie, industrielle Infrastruktur, Klimawissenschaft, Landwirtschaft, Verkehr usw. entscheidet, findet sich folgende Berufsmischung:

„Ein einziges Gewimmel bilden Politikwissenschaftler (27%), vor VWLern und BWLern (19%), Soziologen (16%), Pädagogen (13%) und Juristen (12%), weiterhin treffen wir auf Verwaltungswissenschaftler, Religionswissenschaftler, Landschaftsökologen, Biologen, Philologen, Philosophen, Psychologen, Germanisten, Umweltwissenschaftler, Religionswissenschaftler, Kunstwissenschaftler, Mediziner.“

Wie sagte Kalle zu Kuddel: „Nu kommst du!“